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Ewiges Drama Nord Stream 2 : Die Pipeline, die nicht politisch sein will

Beim ersten Mal schien alles leicht: Im November 2011 feierten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering, Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in Lubmin die Eröffnung von Nord Stream. Bild: Jens Gyarmaty

Die Partner taten immer so, als ginge es bei der Ostsee-Leitung allein um Gas und Geld. Dabei hat kaum ein Projekt so viele politische Gräben aufgerissen. Eine Rekonstruktion.

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          Mitte Juni ist in St. Petersburg die Zeit der „Weißen Nächte“. Dann verschwindet die Sonne nur kurz hinter dem Horizont, auch nachts wird es nie richtig dunkel. Zu keiner anderen Jahreszeit ist die Stadt an der Newa so anziehend. Es ist kein Zufall, dass die russische Regierung jedes Jahr genau dann zu einer Wirtschaftskonferenz in die alte Zarenstadt lädt.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.
          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Der 18. Juni 2015 ist ein besonders schöner Tag an der Newa. Der Himmel leuchtet in hellem Blau, als Gasprom-Chef Alexej Miller und die Vertreter von drei westeuropäischen Energiekonzernen den Vertrag für den Bau der neuen Gasleitung von Russland nach Deutschland durch die Ostsee unterschreiben. Politiker sind nicht dabei, als der Bau jener Gasleitung beschlossen wird, die seither unter dem Namen Nord Stream 2 für erbitterten Streit sorgt: innerhalb und zwischen deutschen Parteien; zwischen Berlin auf der einen und Warschau, Vilnius, Riga, Tallinn sowie Kiew auf der anderen Seite; zwischen Deutschland und der EU-Kommission, schließlich auch noch zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.

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