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Lammert in der Knesset : „Ein Wunder der Geschichte“

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) spricht im israelischen Parlament. Bild: AFP

Fünfzig Jahre nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel hat Bundestagspräsident Lammert in der Knesset gesprochen. Er bekräftigte den deutschen Kampf gegen Antisemitismus - und sprach sich für für einen Palästinenserstaat aus.

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          Bundestagspräsident Norbert Lammert hat vor dem israelischen Parlament die intensiven freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten als ein „Wunder der Geschichte“ bezeichnet. „Wir sind dankbar für unsere Freundschaft und stolz auf unsere Partnerschaft“, sagte Lammert auf Hebräisch.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Fünfzig Jahre nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen wollen beide Seiten diese Kontakte weiter vertiefen. Lammert und der israelische Parlamentspräsident Juli Edelstein unterschrieben am Mittwoch in Jerusalem eine Vereinbarung über parlamentarisches Forum, auf dem sich die Abgeordneten beider Staaten jedes Jahr über aktuelle Themen austauschen werden.

          Der Bundestagspräsident rief in seiner Rede in einer Sondersitzung der Knesset Israel zu Verhandlungen auf, um den Konflikt mit den Palästinensern beizulegen. Das Existenzrecht Israels sei dabei nicht verhandelbar. Zugleich entspreche ein „stabiler, friedlicher, demokratisch organisierter palästinensischer Staat den langfristigen Sicherheitsinteressen Israels“, sagte Lammert.

          Deutschland werde Antisemitismus entschieden entgegentreten. Im kommenden Jahr werde der Bundestag deshalb in Berlin eine Konferenz der Interparlamentarischen Koalition zur Bekämpfung des Antisemitismus (ICCA) veranstalten. „Antisemitismus, wo immer er auftritt, ist nicht akzeptabel; in Deutschland ist er unerträglich“, bekräftigte Lammert.

          Der israelische Parlamentspräsident Juli Edelstein lobte die Beziehungen als „einzigartig“. Deutschland sei ein „wahrer Freund Israels“. Im Kampf gegen Bestrebungen, Israel zu boykottieren oder zu vernichten, stehe die Bundesrepublik an vorderster Front. Dem Bundestagspräsidium, das der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe Volker Beck begleitete, wurde in Jerusalem ein besonders herzlicher Empfang bereitet. Die Deutschen wurden mit militärischen Ehren vor dem Parlamentsgebäude begrüßt. Zu Lammerts Rede, die er auf Deutsch mit einigen Sätzen auf Hebräisch im Plenum hielt, kamen auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin. Am Abend sollen die Israelischen Philharmoniker in der Knesset ein Konzert zu Ehren des deutschen Besuchs geben.

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