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Nigeria : Armee will entführte Mädchen gefunden haben

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Ein ranghoher nigerianischer Militär versucht aufgebrachte Demonstranten zu beruhigen Bild: AP

Das nigerianische Militär hat nach eigenen Aussagen Informationen über den Aufenthaltsort der mehr als 200 verschleppten Schülerinnen, will die Geiseln jedoch nicht gewaltsam befreien.

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          Die nigerianische Armee will genaue Informationen über den Aufenthaltsort der vor sechs Wochen von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram entführten 227 Schulmädchen haben. „Die gute Nachricht für die Mädchen ist, dass wir wissen, wo sie sind“, sagte der Generalstabschef der Armee, Alex Badeh, am Montagabend in der Hauptstadt Abuja. Den Aufenthaltsort wollte Badeh aber nicht verraten und sprach von einem „Militärgeheimnis“.

          Auch eine mögliche Befreiungsaktion schloss der Generalstabschef kategorisch aus. „Wir können keine solche Aktion starten, weil die Mädchen dadurch in Gefahr geraten“, sagte er. Kritik an der Unfähigkeit der Armee, die Geiselnahme zu beenden, wies Badeh zurück. „Keiner soll uns vorwerfen, dass wir nicht wissen, was wir tun. Wir wissen das sehr genau“, sagte er.

          Die nigerianische Armee hatte schon kurz nach der Entführung Mitte April Armee behauptet, den Aufenthaltsort der verschleppten Mädchen zu kennen. Diese Behauptung war später vom nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan dementiert worden. Allerdings scheint die nigerianische Regierung über einen Mittelsmann seit einiger Zeit in Kontakt zu Boko Haram zu stehen. Dieser Vermittler hatte nach Informationen nigerianischer Medien den Austausch von 50 Schülerinnen gegen 100 inhaftierte Kämpfer der Sekte ausgehandelt. Ob der Mann die Geiseln gesehen hat, ist indes nicht klar. Der Austausch fand nicht statt, weil Jonathan bei dem Krisengipfel zu Nigeria in Frankreich Mitte Mai eine Freilassung von inhaftierten Extremisten kategorisch abgelehnt hatte.

          Die amerikanische Luftwaffe unterhält seit Mittwoch vergangener Woche einen Stützpunkt in Tschad, von wo aus Drohnen und Aufklärungsflugzeuge bei der Suche nach den Mädchen im Norden Nigerias helfen sollen. Neben Amerika haben Großbritannien, Frankreich, China und Israel der nigerianischen Regierung Hilfe bei der Suche nach den Geiseln angeboten. Eine koordinierte Zusammenarbeit scheint es bislang aber nicht zu geben, was nach Angaben aus Washington mit der Korruption innerhalb der nigerianischen Armee sowie der Sorge vor einer Infiltrierung der Streitkräfte durch Boko Haram zusammenhängt. Die Aufklärer der amerikanischen Armee in Tschad etwa sind angehalten, nur Luftaufnahmen mit den Nigerianern zu teilen, nicht aber sogenannte „rohe Daten“, wie sie etwa durch das Abhören von Mobiltelefonen oder Satellitentelefonen gewonnen werden.

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