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Nigeria : Jonathan entlässt Chef des staatlichen Ölkonzerns

  • Aktualisiert am

Bonny Island: Ölförderung in Nigerias Niger-Delta Bild: AFP

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hat den Chef und weitere ranghohe Mitarbeiter des staatlichen Ölkonzerns NNPC entlassen. Allein zwischen 2009 und 2011 sollen 5,5 Milliarden Euro verschwunden sein.

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          Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan hat den Chef und weitere ranghohe Mitarbeiter des staatlichen Ölkonzerns NNPC entlassen. Mit dem Schritt wolle er für „größere Transparenz und Berechenbarkeit“ sorgen, teilte sein Büro am Dienstag mit. Zum Nachfolger des entlassenen Austen Oniwon ernannte Jonathan Andrew Yakubu, der bereits für die NNPC gearbeitet hatte. Eine im April veröffentlichte parlamentarische Untersuchung hatte ergeben, dass in der NNPC allein zwischen 2009 und 2011 etwa 5,5 Milliarden Euro durch Misswirtschaft abhanden kamen.

          Jonathan steht unter großem innenpolitischen Druck. Im Januar hatte die Regierung versucht, die Subventionen für Treibstoff aufzuheben, was eine Verdoppelung der Benzinpreise nach sich zog. Daraufhin kam es zu einem Generalstreik in der Bevölkerung. Dem parlamentarischen Untersuchungsbericht zufolge zahlte Nigeria im vergangenen Jahr Subventionen für 59 Millionen Liter Treibstoff, während tatsächlich aber nur 35 Millionen verbraucht wurden. Nigeria bestreitet etwa 80 Prozent seines Staatshaushalt durch das Ölgeschäft, muss mangels Raffinerien aber dennoch Benzin importieren.

          Gleichzeitig sieht sich Jonathan zunehmender Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram gegenüber. Ende vergangener Woche hatte Jonathan seinen Sicherheitsberater sowie den Verteidigungsminister entlassen, da es „neuer Taktiken“ im Kampf gegen Terrorismus bedürfe. Eigentlich hatte Jonathan versprochen, Boko Haram bis Juni besiegt zu haben. Danach sieht es nicht aus. In der Stadt Damaturu im nördlichen Bundesstaat Yobe detonierte am Dienstag ein Sprengsatz vor einem Außenposten der Sicherheitskräfte. In Kano explodierte eine weitere Bombe vor einer Polizeiwache. Über Opferzahlen wurde zunächst nichts bekannt. In den vergangenen Tagen waren in dieser Region bereits mehr als 100 Menschen getötet worden.

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