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Nach Präsidentschaftswahlen : Terroranschlag in Niger mit mehr als 50 Toten

  • Aktualisiert am

Ein nigerianischer Polizist steht zum Schutz vor Terrorangriffen auf einem Markt bei Diffa in Südostniger. (Archivbild vom 23. Dezember 2020) Bild: AFP

In dem afrikanischen Binnenstaat Niger kommt es zu einem schweren Anschlag. Noch sind die Hintergründe nicht klar. Die Bluttat geschieht vor dem ersten demokratischen Machtwechsel.

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          In dem von Terror heimgesuchten westafrikanischen Land Niger haben Bewaffnete mindestens 56 Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt. Das gab Innenminister Alkache Alhada am Samstagabend in der Hauptstadt Niamey bekannt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Informanten vor Ort berufen, sollen sogar mindestens 70 Personen getötet worden sein. Der Überfall hatte sich demnach nahe der Grenze zu Mali in den Dörfern Tchombangou und Zaroumdareye ereignet. Die genauen Umstände der Attacke sind noch unklar. Niger ist eins der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen.

          In Niger und anderen Ländern dieser Region sind mehrere Terrorgruppen aktiv, die Al Qaida oder dem „Islamischen Staat“ (IS) die Treue geschworen haben. Zusammen mit Mali, Mauretanien, dem Tschad und Burkina Faso ist Niger Teil der G-5-Sahel-Gruppe, die Terrorgruppen bekämpfen will. Die Regierung hat zudem in den wüstenhaften Weiten außerhalb der Städte wenig Kontrolle, was nicht nur dschihadistische Gruppen, sondern auch kriminelle Netzwerke ausnutzen. In den vergangenen Jahren hatte Europa Druck auf die nigrische Regierung ausgeübt, den Menschenschmuggel einzudämmen. Zudem gilt Niger als wichtiger Partner der EU im Kampf gegen Terrorismus in der Sahelzone.

          Im dem Sahelstaat waren am selben Tag die vorläufigen Ergebnisse der Präsidenten- und Parlamentswahlen bekanntgegeben worden. Staatschef Mahamadou Issoufou wird, wie von der Verfassung vorgesehen, den Posten nach seinen zwei Amtszeiten abgeben.

          Ein Verbündeter des ausscheidenden Präsidenten, der ehemalige Außenminister Mohamed Bazoum, trat für die Regierungspartei PNDS an und erhielt 39,6 Prozent der Stimmen. Ebenso wie der stärkste Oppositionskandidat Mahamane Ousmane (16,9 Prozent) erreichte er jedoch nicht die nötige Stimmenmehrheit, weshalb eine Stichwahl am 22. Februar nötig wird.

          Die Wahlen sollen den ersten demokratischen Machtwechsel in der Geschichte des Landes einläuten. Vor den Wahlen hatte es bereits Terrordrohungen gegeben. Wenige Tage vor dem Urnengang Mitte Dezember hatte die Terrororganisation Boko Haram bereits bei einem Anschlag mindestens 27 Menschen getötet.

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