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Explosion in den Niederlanden : Der nächste Anschlag auf ein Corona-Testzentrum

Ermittler in Bovenkarspel Bild: Reuters

In der Gemeinde Bovenkarspel ist ein Metallrohr an einer Corona-Teststraße explodiert. Niemand wurde verletzt, doch der letzte Anschlag auf ein Testzentrum war der Auftakt zu tagelangen Ausschreitungen.

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          An einer Einrichtung für Coronatests im nordholländischen Bovenkarspel ist am Mittwochmorgen ein Sprengsatz explodiert. Wie die Polizei berichtete, wurde niemand verletzt, mehrere Fensterscheiben gingen zu Bruch. Der Sprengsatz soll sich in einem Metallrohr an der Außenseite des großen Gebäudes befunden haben; die Teststraße im Inneren war zu der Zeit noch nicht geöffnet.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Laut Zeugen soll es um 6.55 Uhr einen sehr lauten Knall gegeben haben. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine „gezielte Aktion“ gehandelt habe. Es wäre nicht der erste gewaltsame Angriff auf eine derartige Testeinrichtung in den Niederlanden, wo am Mittwoch alle Geschäfte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen.

          Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab und zog eine Spezialeinheit für Explosivstoffe hinzu, um das Gebiet zu sichern und auf mögliche weitere Sprengsätze abzusuchen. Hinweise auf mögliche Täter gab es zunächst nicht. In das Gebäude können Menschen direkt mit dem Auto fahren, um sich dort testen zu lassen.

          Bovenkarspel ist eine kleine Gemeinde am Ijsselmeer. Auf der östlichen Seite des Ijsselmeers, direkt gegenüber, war Ende Januar ein ähnliches Testzentrum niedergebrannt worden – dies war der Auftakt zu tagelangen Ausschreitungen im Land gegen die nächtliche Ausgangssperre, die von 21 Uhr bis 4.30 Uhr morgens gilt. Auch an Teststandorten in Amsterdam wurden Fenster eingeschlagen.

          Die Öffnung von Geschäften und die Rückkehr aller Schüler in den Präsenzunterricht ist umstritten. Während Epidemiologen angesichts der stetig steigenden Infektionszahlen davor warnten und der Regierung vorhielten, die Entscheidung sei durch die Parlamentswahl am 17. März motiviert, protestierten Gastwirte dagegen, dass ihre Lokale weiter geschlossen bleiben müssen. Auch politisch gibt es Streit. Die rechtspopulistische Partei der Freiheit von Geert Wilders wirft Ministerpräsident Mark Rutte seit Wochen vor, er sperre die Bürger zu Hause ein. Allerdings bestätigte ein Berufungsgericht am vorigen Freitag, dass die von der Regierung verhängte Ausgangssperre rechtens sei.

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