https://www.faz.net/-gpf-971g1

Enthüllung vor Russland-Reise : Niederländischer Außenminister log über Treffen mit Putin

  • Aktualisiert am

Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra, hier auf einer Pressekonferenz in Berlin im Auswärtigen Amt am 16.11.2017 Bild: dpa

Putin soll bei einem Treffen sein „Großrussland“ definiert haben, behauptete der niederländische Außenminister. Jetzt muss Zijlstra zugeben: Er hat die Aussage gar nicht selbst gehört. Für seine Lüge hat er aber eine Entschuldigung parat.

          1 Min.

          Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra hat zugegeben, über eine Begegnung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gelogen zu haben. Der rechtsliberale Politiker hatte behauptet, 2006 im Ferienhaus von Putin gewesen zu sein, als dieser auf die Frage nach seiner Definition von Großrussland gesagt haben soll: „Das ist Russland, Weißrussland, die Ukraine und die baltischen Staaten.“

          Der Zeitung „De Volkskrant“ vom Montag sagte der Minister nun, dass er dies nicht selbst gehört habe. Die Enthüllung ist peinlich, da Zijlstra am Dienstag seine erste Reise als Außenminister nach Russland plant.

          Mit der Lüge habe er denjenigen schützen wollen, der ihm von dem Gespräch mit Putin erzählt habe. Die Äußerungen von Putin seien aber geopolitisch so wichtig, dass er darüber nicht habe schweigen wollen.

          Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem „großen Fehler“ des Ministers. Seine Glaubwürdigkeit sei aber nicht beschädigt. Der Vorfall habe auch keine Folgen für die Beziehungen zu Russland. „Weil die Russen sehr gut wissen, dass der Inhalt stimmt.“

          Im politischen Denken der Moskauer Führung unter Putin zählen die ehemaligen Sowjetrepubliken an der russischen Westgrenze zum Einflussgebiet Russlands. In der Ukraine hat Russland 2014 mit der Annexion der Halbinsel Krim und dem Eingreifen im Osten des Landes versucht, eine Annäherung Kiews an die Europäische Union zu verhindern.

          Weitere Themen

          Söder: „Fatales Signal“

          Lockerungen in Thüringen? : Söder: „Fatales Signal“

          Die Verantwortlichen in Thüringen sollten ihre Lockerungspläne überdenken, bittet Bayerns Ministerpräsident. Auch, weil die Länder aneinander grenzen. Die Bundesregierung will Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen derweil offenbar beibehalten.

          Topmeldungen

          Altbundeskanzler Gerhard Schröder (r, SPD) mit Bela Anda, seinem früheren Regierungssprecher, in seiner Anwaltskanzlei bei der Aufzeichnung seines neuen Podcasts

          Liveblog zum Coronavirus : Schröder zu Protesten: „Idioten gab es immer“

          Bundesregierung und Lufthansa sollen sich auf milliardenschwere Staatshilfen geeinigt haben +++ 147 Schlachthof-Mitarbeiter in den Niederlanden infiziert +++ RKI vermeldet 289 Neuinfektionen und 10 Tote in Deutschland +++ Amerika verhängt Einreisebeschränkungen gegen Brasilien +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.
          Ministerpräsident Bodo Ramelow

          Thüringens Corona-Politik : Land der begrenzten Möglichkeiten

          Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow will den generellen Lockdown am 6. Juni beenden und überrumpelt damit seine Partner. Doch nicht alle Corona-Regeln sollen wegfallen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.