https://www.faz.net/-gpf-a7obx

Nicht nur in Belarus : Eishockey als politischer Faktor

Im eiskalten Krieg: Die amerikanische Mannschaft besiegt das sowjetische Team bei den olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid. Bild: Getty

Schon bevor Belarus die Eishockey-WM entzogen wurde, war die Sportart ein Faktor in der „großen Politik“. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch Moskau revanchierte sich das tschechoslowakische Team auf dem Eis.

          3 Min.

          Sport setzt Emotionen frei und bringt nicht selten ein ganzes Volk in Wallung.“ Mit diesem Satz begann Radio Prag im März 2019 einen Rückblick auf ein Ereignis, das zu diesem Zeitpunkt 50 Jahre zurücklag. In Deutschland würde sich ein solcher Satz wohl auf ein Fußballspiel beziehen. Aber die tschechischen Radioleute erinnerten an ein Eishockeyspiel.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Eishockey hat in der Tschechischen Republik einen weitaus höheren Stellenwert als in vielen anderen Ländern. Und im März 1969 fand in Schweden die Weltmeisterschaft statt. Das Team der Tschechoslowakei spielte innerhalb einer Woche zweimal gegen die Sowjetunion und gewann zweimal. Das wäre für sich genommen schon Anlass zu großer Freude im eishockeyverrückten Land gewesen. Aber der Einmarsch sowjetischer und anderer Ostblockarmeen in die Tschechoslowakei am 21. August 1968 hatte die Situation emotional derart aufgeheizt, dass die beiden Spiele mehr waren als „nur“ Sport.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Marieke Lucas Rijneveld, 1991 in Nieuwendijk geboren

          Streit um Gorman-Übersetzung : Alles bewohnbar

          Darf eine weiße Person Amanda Gormans Gedichtband ins Niederländische übertragen? Nach scharfer Kritik gab Marieke Lucas Rijneveld den Auftrag zurück – und antwortet mit einem Gedicht.