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Festgenommener Bischof : Ortegas Krieg gegen die Kirche

Bischof von Matagalpa in Nicaragua, Rolando Ál­varez Lagos, im Mai in einer Kirche in Managua Bild: Reuters

In Nicaragua verhaftet die Polizei einen der schärfsten Kritiker des Regimes. Die Kirche soll zum Schweigen gebracht werden. Denn sie ist die letzte kritische Stimme des Landes.

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          Monsignore Rolando Ál­varez Lagos schwieg auch nicht, als die Polizei vor zwei Wochen seine Residenz zu belagern begann und ihn daran hinderte, das Haus zu verlassen. Stattdessen feierte der Bischof von Matagalpa in Nicaragua eine Messe, die er im Internet übertrug. Nun ist der Geistliche, der als einer der schärfsten Kritiker des autoritären Regimes von Machthaber Daniel Ortega gilt, im Gefängnis.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          In der Nacht zum Freitag drangen die Polizisten in die Residenz von Álvarez ein und führten ihn ab. Das Ortega-Regime beschuldigt den Bischof, gewalttätige Gruppen organisiert und zu „Hassverbrechen“ angestiftet zu haben, mit dem Ziel, „den Staat Nicaragua zu destabilisieren“. Zahlreiche Bischofskonferenzen haben ihre Solidarität bekundet. In dieser Woche haben mehr als 25 ehemalige Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika und Spanien Papst ­Franziskus in einem Brief gebeten, sich zur Situation in Nicaragua zu äußern.

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