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Korruption in Nicaragua : Ein Kanal-Projekt zur Geldwäsche

„Daniel Ortega, du bist ein Ausverkäufer der Heimat“: Ein Mädchen in Obrajuelo in Nicaragua. Bild: AFP

Der Nicaragua-Kanal sollte zu einem Vorzeigeprojekt der Superlative werden. Erst gab es heftige Kritik, dann sprang der chinesische Investor ab. Präsident Ortega kommt die Pleite trotzdem gelegen – für Geldwäsche und Einflussnahme.

          5 Min.

          Francisca Ramírez war eine der Ersten, die sich gegen den Präsidenten auflehnten. Als in Nicaragua 2018 die sozialen Unruhen begannen, bei denen das Regime von Daniel Ortega gnadenlos gegen Demonstranten vorging und mehr als 300 Menschen getötet wurden, schloss Ramírez sich den Studenten an und stand in der vordersten Reihe. Eine von ihr angeführte Bauernbewegung, die Campesinos, errichtete Straßenblockaden im ganzen Land. Diese Aktionen machten sie endgültig zum Feind des Regimes. Etliche ihrer Mitstreiter wurden verhaftet, einige gefoltert. Ramírez musste das Land verlassen, weil ihr mit dem Tod gedroht wurde. Seit knapp zwei Jahren lebt sie im Exil in Costa Rica.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Doch der Kampf von Ramírez und den Campesinos begann schon Jahre vor den Unruhen von 2018. Er nahm seinen Anfang mit einem Projekt, das Nicaragua für immer verändern sollte: dem Nicaragua-Kanal. Das pharaonische Bauwerk sieht eine fast 280 Kilometer lange Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifik vor, die unter anderem durch den Nicaragua-See führt. Häfen, Flughäfen, Freihandelszonen und Tourismus-Resorts sollen Zehntausende direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen. Mit einer Kapazität von jährlich mehr als 5000 Frachtschiffen mit einem Volumen von 25.000 Tonnen würde die neue Verbindung dem Panama-Kanal hundert Jahre nach dessen Einweihung das Wasser abgraben und Nicaragua als kürzesten Weg zwischen Asien und der amerikanischen Ostküste zur bevorzugten Passage für die internationale Schifffahrt machen.

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