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News-Überblick: Das war der Tag : Krim annektiert, Krise verschärft

  • Aktualisiert am

Mit sich und der Annexion der Krim zufrieden: Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag nach der Unterzeichnung des Vertrags in Moskau Bild: AFP

++ Ukraine erlaubt Soldaten Gebrauch von Schusswaffen ++ Ukrainischer Soldat auf Krim getötet, Ukraine spricht von Kriegsverbrechen ++ Krim offiziell Russland angegliedert ++ Russland aus G8 suspendiert ++ Westen droht weitere Sanktionen an ++ Der Tag auf der Krim im News-Überblick.

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          Nach dem „Referendum“ über den Anschluss der Krim an Russland hat Moskau am Dienstag die Annexion der Halbinsel vollzogen. Die wichtigsten Entwicklungen des Dienstags im FAZ.NET-News-Überblick.

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          Zwei Tote auf Militärbasis: Bei gewaltsamen Zusammenstößen auf der Krim werden am Abend nach Polizeiangaben ein ukrainischer Soldat und ein Mitglied der prorussischen sogenannten Selbstverteidigungskräfte erschossen. Ein Heckenschütze habe am Dienstag aus einem verlassenen Gebäude bei einer ukrainischen Militärbasis in Simferopol in verschiedene Richtungen gefeuert, teilt die Polizei mit. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk erklärt daraufhin, die Krise sei von einer politischen in eine militärische Phase übergegangen. Ein ukrainischer Militärsprecher sagt dagegen, es sei unklar, wer angegriffen habe. Am Abend erteilt die ukrainische Regierung ihren Soldaten die Erlaubnis, bei Auseinandersetzungen Schusswaffen zu gebrauchen.

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          Russland annektiert Krim: Trotz heftiger Proteste des Westens besiegelt Russland den Anschluss der Krim und verschärft damit den Konflikt. Präsident Wladimir Putin unterzeichnet gemeinsam mit Vertretern der Krim-Region einen Vertrag, der die bislang zur Ukraine gehörende Halbinsel zum Teil Russlands erklärt. „Die Krim ist in ihren Heimathafen zurückgekehrt“, verkündet Putin nach der Vertragsunterzeichnung vor einer begeisterten Menschenmenge auf dem Roten Platz unter „Russland“- und „Putin“-Rufen. In einer Rede vor beiden Kammern des Parlaments saendet der Kreml-Chef allerdings auch Entspannungssignale aus und erklärt, er strebe nicht die Abspaltung weiterer Teile der Ukraine an.

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          Westen protestiert: Die Vereinigten Staaten, die EU und die Ukraine wollen die Annexion der Krim nicht anerkennen. Die Vereinigten Staaten drohen Russland mit weiteren Sanktionen. „Es werden weitere Schritte unternommen werden“, falls Putin seinen Kurs nicht ändere, sagte Regierungssprecher Jay Carney. „Die Sanktionen werden zunehmen.“ Auch die Nato kritisiert den Anschluss der Krim an Russland.

          Kanzlerin Angela Merkel bezeichnet die Annexion nach einem Gespräch mit dem amerikanischen Präsidenten Obama als inakzeptablen Schlag „gegen die territoriale Integrität der Ukraine.“ Auch die EU erkenne das Referendum und die Annexion durch Russland nicht an, erklären EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel. Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen bei ihrem Gipfel am Donnerstag und Freitag „eine geeinte europäische Antwort“ beschließen. An ihm soll auch der ukrainische Regierungschefs Arseni Jazenjuk teilnehmen.

          Am Dienstagabend legt die Ukraine formell Protest gegen die Anerkennung der Unabhängigkeit der Krim durch Russland ein. Der russische Botschafter in Kiew, Andrej Worobew, sei einbestellt worden, erklärt das ukrainische Außenministerium. Dabei sei ihm eine Protestnote der „Republik Krim“ durch Moskau übergeben worden.

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