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Zeitung „New York Times“ : Für eine schöne, witzfreie Welt

Bei der „New York Times“ wird es künftig keine politischen Karikaturen mehr geben. Das sorgt nicht nur bei den deutschen Kollegen für Kritik. Bild: AFP

Nach mehreren Aufregern im vergangenen Jahr ist die Entscheidung gefallen: Bei der „New York Times“ wird es keine politischen Karikaturen mehr geben – damit zensiert sich die Zeitung selbst.

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          Karikaturen sind merkwürdige Gesellen der Medienwelt. Sie sollen frech und vorwitzig sein, sorgen damit aber häufig für Ärger; sie sollen lustig sein, stehen dann aber unter dem Verdacht, dem Ernst ihres Gegenstands nicht gerecht zu werden. Zählen sie zur „ernsten“ Kunst oder zur Unterhaltung? Es gibt keinen Ausbildungsgang, der zum Beruf des Karikaturisten führt, und für die Kulturkritik sind sie nur selten interessant, weil die über keine Kriterien verfügt, sie einzuordnen und zu bewerten. Wie soll man mit so einem Bastard umgehen? Unter Artenschutz stellen oder beseitigen?

          Die „New York Times“ hat sich für die Killervariante entschieden, ab dem 1. Juli will sie keine politischen Karikaturen mehr veröffentlichen. Das ist ein harter Schlag für den Berufsstand von uns Karikaturisten, schließlich ist das Blatt nicht die „Landlust“ oder die „Apotheken“-Umschau Amerikas. Wie lange dauert es, bis auch dieser Trend uns diesseits des Atlantiks erreichen wird?

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