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Volksabstimmung : Neuseeland bleibt seiner Flagge treu

Die alte ist die neue: Der Union Jack auf der neuseeländischen Flagge bleibt Bild: AFP

Die Neuseeländer haben in einem Referendum eine neue Flagge für ihr Land abgelehnt. In der schriftlichen Abstimmung stimmten 56,6 Prozent gegen das neue Design mit einem Silberfarn, 43,2 Prozent dafür.

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          Die Neuseeländer haben sich in einem Referendum gegen eine neue Flagge für ihr Land entschieden. Die im ersten Teil der Volksabstimmung aus fünf Vorschlägen ausgewählte Flagge mit dem Silberfarn und Sternen konnte sich dem vorläufigen Ergebnis nach nicht gegen die alte Version mit dem „Union Jack“ in der linken oberen Ecke und dem „Kreuz des Südens“ auf der rechten Seite durchsetzen. In der schriftlichen Abstimmung stimmten 56,6 Prozent gegen das neue Design, nur 43,2 Prozent dafür. Das offizielle Endergebnis soll am 30. März feststehen.

          Till Fähnders
          (fäh.), Politik

          Etwa drei Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, per Post über die Flagge abzustimmen. Die meisten dürften dies schon lange vor dem offiziellen Ende des Referendums am Donnerstag getan haben. Denn die nationale Wahlkommission hatte zuletzt mehrfach darauf hingewiesen, dass die Zettel bis zum vergangen Montag in der Post gewesen sein mussten, um auf jeden Fall rechtzeitig einzutreffen. Am Ende hatten mehr als zwei Millionen Neuseeländer per Post abgestimmt. Das Vorgehen war umstritten, auch weil ein Großteil der auf 26 Millionen Neuseeländische Dollar geschätzten Kosten des Referendums auf die Portokosten entfallen sein sollen.

          Schon in den Umfragen hatte es schlecht für die von dem in Australien lebenden Neuseeländer Kyle Lockwood entworfene Silberfarn-Flagge ausgesehen. In den meisten Erhebungen hatten sich mindestens 60 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, die alte Flagge zu behalten. Davon waren einige wohl nicht einmal abgeneigt, eine neue Flagge für Neuseeland auszusuchen, die stärker die Eigenständigkeit der ehemaligen britischen Kolonie betonen würde. Ihnen gefiel aber das Design der Silberfarn-Flagge nicht, das von vielen mit einem Badehandtuch verglichen wurde.

          Allerdings gibt es unter den 4,5 Millionen Neuseeländern auch viele überzeugte Anhänger der alten Flagge. Sie sehen den „Union Jack“ nicht als Symbol eines fremden Landes, sondern als Teil ihrer eigenen Identität und eines positiven Nationalismus, der die britische Tradition des Landes mit einbezieht. Diese Haltung scheint insofern nicht überraschend, als sich Neuseeland gewissermaßen „britischer“ anfühlt als etwa der Nachbar Australien, der ebenfalls an seiner Version einer Flagge mit dem „Union Jack“ festhält. Das zeigt auch die Tatsache, dass Neuseeland offiziell zwei Nationalhymnen hat. Die eine ist „God Defend New Zealand“ aus dem Jahr 1876, die andere „God save the Queen“, die Hymne des früheren British Empire und des Vereinigten Königreichs.

          Vier Vorschläge, alle abgelehnt: Die neue Flagge hätte ein Farn zieren sollen, doch daraus wird nun nichts
          Vier Vorschläge, alle abgelehnt: Die neue Flagge hätte ein Farn zieren sollen, doch daraus wird nun nichts : Bild: dpa

          Viele, die bei der alten Flagge bleiben wollen, argumentierten damit, dass die in den Kriegen gefallenen neuseeländischen Soldaten unter eben dieser Flagge gekämpft hätten. Die Befürworter des Wechsels wollten jedoch eine Flagge, die auch das heute immer stärker multikulturell geprägte Neuseeland repräsentieren würde. Heute sind etwa 70 Prozent der Neuseeländer europäischer Abstammung, 14 Prozent sind Maori und etwa 11 Prozent Asiaten.

          Einer der vehementesten Befürworter der neuen Flagge war der neuseeländische Premierminister John Key, der den Entwurf sogar schon zu offiziellen Anlässen am Revers getragen hatte. Ihm wurde vorgeworfen, dabei etwas zu sehr vorgeprescht zu sein. Die Ablehnung ist damit auch eine Niederlage für den eigentlich populären Premier John Key. Vorsorglich hatte er sich darum gekümmert, dass die Opposition dies nicht zu sehr auskosten könnte. Er wollte noch am Donnerstag nach dem Ende der Abstimmung zu einem Amerikabesuch abreisen.

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