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Jacinda Ardern : „Sie werden niemals hören, dass ich seinen Namen nenne“

  • -Aktualisiert am

Mit Kopftuch besuchte Neuseelands Premierministerin am Samstag die muslimische Gemeinde in Christchurch. Bild: Reuters

In einer einfühlsamen Rede gedenkt Neuseelands Premierministerin Ardern der Opfer des Anschlags von Christchurch. Warum sie den Namen des Täters nicht nennt und wie sie mit ihrer Reaktion gerade weltweit Anerkennung findet.

          „Salam Aleikum – Friede sei mit euch und Friede sei mit uns allen“ – mit diesen Worten hat Neuseelands Premierministerin am Dienstag die Sitzung im neuseeländischen Parlament eröffnet und anschließend in einer emotionalen Rede den Opfern des Attentats in Christchurch gedacht. „Dieser Freitagnachmittag wurde zum dunkelsten unserer Tage“, sagte sie. Dabei sprach sie den Opferfamilien Mut zu, dankte Polizei, Ärzten und Pflegern, die alle „außerordentlichen Mut bewiesen“ hätten. Gleiches gelte für den Toten Naeem Rashid: Er hatte den Täter in der Al-Nur-Moschee attackiert und starb später im Krankenhaus.

          Den Namen des Täters nannte Ardern hingegen bewusst nicht: „Sprecht die Namen derer aus, die wir verloren haben und nicht den Namen desjenigen, der sie genommen hat“, sagte sie. „Er ist ein Terrorist. Er ist ein Krimineller. Er ist ein Extremist. Deshalb werden Sie niemals hören, dass ich seinen Namen nenne."

          Ardern kündigte an, offene Moscheen im ganzen Land künftig von Polizisten bewachen zu lassen: „Für die Sicherheit aller Muslime und aller Neuseeländer werden wir weiter wachsam sein.“ In Christchurch seien noch immer verstärkt Sicherheitskräfte im Einsatz.

          Zudem kritisierte Ardern große Internetkonzerne wie Google und Facebook. Sie rief dazu auf, die Verbreitung terroristischer Videos zu verhindern. „Das darf kein Fall sein, in dem es allein um Profit geht, nicht um Verantwortung“, sagte Ardern. Ein 17 Minuten langes Video der Tat kursierte nach dem Anschlag im Internet. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag berichtete, zogen deshalb bereits mehrere neuseeländische Unternehmen ihre Werbeanzeigen bei Facebook zurück.

          Für ihre Reaktionen nach dem Attentat in Christchurch wird die Premierministerin weltweit gelobt. Nach dem Anschlag hatte sie ein Kopftuch getragen, großes Mitgefühl gezeigt und die Familienangehörigen der Opfer umarmt. Auch in muslimischen Kreisen findet Ardern internationale Anerkennung. So schreibt eine muslimische Studentenvereinigung aus Indien auf Twitter: „Sie ist ein Vorbild für alle anderen Nationen.“

          Beisetzung am Mittwoch

          Wie der „New Zealand Herald“ am Dienstag berichtete, sind die Obduktionen aller Opfer abgeschlossen. Zwölf von ihnen seien laut Polizei identifiziert worden, sechs davon wurden bereits den Familien übergeben. Im Islam ist es eigentlich üblich, dass Tote binnen 24 Stunden beigesetzt werden. Aus diesem Grund gab es in den Kreisen der Opferfamilien bereits Unmut. Erst am Mittwoch sollen die ersten Opfer beerdigt werden.

          Laut dpa-Informationen plant die muslimische Gemeinde in Christchurch eine gemeinsame Trauerfeier. Einige Todesopfer sollen aber auch im Ausland bestattet werden. Auf Spendenkonten für die Hinterbliebenen gingen demnach inzwischen umgerechnet mehr als fünf Millionen Euro ein.

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