https://www.faz.net/-gpf-9jpy2

Streit um „Taiwan“ : Neuseeländisches Flugzeug darf nicht in China landen

Flugzeug von Air New Zealand Bild: Reuters

Verweigerte China einem Flugzeug die Landeerlaubnis, weil die Fluggesellschaft in ihren Unterlagen das Wort Taiwan verwandte? Neuseeland führt deshalb seit Tagen eine hitzige Debatte.

          Die 270 Passagiere des Air-New-Zealand-Fluges NZ289 auf dem Weg nach Schanghai waren schon einige Stunden in der Luft, als ihr Flugzeug am Sonntagmorgen plötzlich umdrehte und sie zurück nach Auckland brachte. Die Fluggesellschaft begründete dies mit einer „Verwaltungsangelegenheit“, ohne Details zu nennen.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          In Neuseeland führte das Flugdrama zu einer hitzigen Debatte über die angespannten Beziehungen zu China. Doch nun hat die Diskussion eine neue Wende genommen: Die neuseeländische Nachrichtenwebsite „Stuff“ berichtete am Dienstag, dass das Flugzeug von China zur Umkehr gezwungen worden sei, weil in seinen Unterlagen das Wort „Taiwan“ auftauchte. Demnach hatten die chinesischen Behörden die Fluglinie bereits im vergangenen Jahr aufgefordert, alle Verweise auf Unterlagen der neuseeländischen Luftfahrtbehörde zu tilgen, die den Eindruck erwecken könnten, Taiwan sei unabhängig. Dies sei aber offenbar nicht geschehen.

          China beansprucht Taiwan als Teil seines Territoriums und geht seit längerem mit Sanktionen gegen Unternehmen vor, die Taiwan auf Landkarten oder in ihrem Schriftverkehr als eigenständig ausweisen. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, hatten daraufhin im vergangenen Jahr entsprechende Änderungen in ihren Buchungssystemen vorgenommen. Auch amerikanische Fluggesellschaften waren der Aufforderung Pekings gefolgt, obwohl die amerikanische Regierung sie als „Orwellschen Unsinn“ bezeichnet hatte.

          Die Episode um Air New Zealand hat zugleich die Debatte in Wellington über das richtige Verhältnis zum übermächtigen Nachbarn angeheizt. Der neuseeländische Geheimdienst hatte sich dafür ausgesprochen, den chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei vom Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes auszuschließen. Das hat die ohnehin schwierigen Beziehungen zu China weiter belastet. Ein für Dezember geplanter Besuch von Ministerpräsidentin Jacinda Ardern in Peking wurde kurzfristig verschoben. Ardern begründete dies am Dienstag in einem Interview mit Terminschwierigkeiten. Zuletzt hatte China auch eine in Neuseeland groß angekündigte Veranstaltung zum chinesisch-neuseeländischen Tourismusjahr abgesagt.

          Weitere Themen

          Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin Video-Seite öffnen

          Von der Leyen gewählt : Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin

          Es war knapp, aber am Ende hat es gereicht: Ursula von der Leyen erhielt mit 383 von 747 Stimmen äußerst knapp die notwendige Mehrheit im Europaparlament. Dadurch wird sie ab dem 01. November Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident ablösen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.