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Nach Christchurch-Attentat : Neuseeländer geben ihre Waffen ab

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Ein Videostandbild zeigt, wie Neuseeländer ihre Waffen bei einer der mehr als 250 geplanten Rückkaufveranstaltungen eintauschen. Bild: dpa

Eine Konsequenz aus den Anschlägen in Neuseeland ist das Verbot halbautomatischer Gewehre. 169 Waffenbesitzer in Christchurch machen den Anfang.

          Dutzende Neuseeländer haben im Zuge eines Regierungsprogramms vier Monate nach einem rechtsextremen Doppelanschlag mit 51 Toten ihre Waffen abgegeben. Die erste von mehr als 250 geplanten Einsammlungen fand am Samstag in der Stadt Christchurch statt, in der ein rechtsextremer Attentäter im März das Feuer auf Gläubige in zwei Moscheen eröffnet hatte. Ziel sei es „die gefährlichsten Waffen aus der Zirkulation zu nehmen“, sagte Polizeiminister Stuart Nash.

          Die Aktion wurde von bewaffneten Polizisten überwacht, 169 Waffenbesitzer gaben 224 Waffen sowie 217 Waffenteile und Zubehör ab, die dann in einer hydraulischen Presse zerstört wurden. Mehr als 433.000 Neuseeland-Dollar (257.000 Euro) wurden an Entschädigungen ausgezahlt. Der örtliche Polizeichef Mike Johnson sagte, in der gesamten Verwaltungsregion Canterbury, zu der auch Christchurch gehört, hätten 903 Waffenbesitzer 1415 Waffen zur Abgabe registriert.

          Neuseeland hatte nach dem Anschlag ein Verbot von militärischen Halbautomatik-Gewehren beschlossen. Der Angreifer von Christchurch hatte unter anderem zwei solcher Gewehre verwendet, mit denen in schneller Folge Kugeln von großem Kaliber abgefeuert werden können.

          Waffenbesitzer haben sechs Monate Zeit, um die fortan illegalen Waffen zurückzugeben. Sie bekommen dafür eine Entschädigung, die sich nach Modell und Alter der Waffen richtet. Für die Dauer der sechs Monate gilt eine Amnestie. Nach Ablauf dieser Frist droht Besitzern illegaler Waffen eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

          Bei dem Anschlag waren am 15. März während der Freitagsgebete in der Al-Noor-Moschee und in der Linwood-Moschee 51 Menschen getötet worden. Der angeklagte australische Rechtsextremist Brenton Tarrant plädierte im Juni vor Gericht auf nicht schuldig.

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