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Papst Franziskus : Ein theologischer Offenbarungseid

Papst Franziskus am 14. Oktober zu Beginn der wöchentlichen Generalaudienz Bild: dpa

Papst Franziskus bleibt sich auch in seinem jüngsten Lehrschreiben „Fratelli tutti“ treu: Moraltriefender Protest statt nüchterner Analyse, bilderstarke Apokalyptik statt guter Theologie.

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          Seit der Veröffentlichung des jüngsten Lehrschreibens von Papst Franziskus „über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft“ sind zwei Wochen vergangen. Doch von einer das Wort verdienenden Rezeption dieses Dokumentes, nach den Anfangsworten „Fratelli tutti“ genannt, ist kaum etwas zu bemerken.

          Das war nach dem Erscheinen früherer Lehrschreiben des aus Argentinien stammenden Papstes anders. Nach „Evangelii gaudium“ (2013) und der „Klima“-Enzyklika „Laudato si’“ (2015) entbrannten vor allem in der englischsprachigen Welt heftige Kontroversen: über Verdikte wie „Diese Wirtschaft tötet“ oder Thesen der Art, dass die Stunde gekommen sei, „in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann“. Nicht nur Ökonomen rieben sich die Augen ob einer Sicht, die den Handel mit CO2-Emissionszertifikaten für unmoralisch erklärte, weil dieses Instrument angeblich nur ein weiteres Betätigungsfeld für ethisch verwerfliche Finanzspekulationen sei.

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