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Neues Corona-Medikament : Die Herbstzeitlose gibt Hoffnung

Corona-Teststation auf der Insel Ibiza Bild: EPA

In einer großen Covid-19-Studie soll der Pflanzenwirkstoff Colchicin überzeugt haben. Mit ihm wäre ein leicht verfügbares und preiswertes Mittel im Kampf gegen die schweren Krankheitsverläufe gefunden.

          3 Min.

          Nach dem Durchbruch bei Impfstoffen mehren sich nach zahlreichen Enttäuschungen nun auch bei Corona-Arzneien die positiven Nachrichten. Wirkungsnachweise gab es jüngst für monoklonale Antikörper gegen Sars-CoV-2, die allerdings teuer und nur prophylaktisch als Blutinfusion hochwirksam sind, und auch für Interleukin-6-Hemmer, die ins Immunsystem eingreifen, sowie für die schon länger auf Intensivstationen verwendeten, billigen Glukokortikoide wie Dexamethason. Ein anderes preiswertes Allerweltsmedikament könnte sich da nun einreihen als Covid-19-Retter: Colchicin.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Noch ist das alles andere als sicher, denn bisher gibt es keine veröffentlichten, begutachteten Studienergebnisse. Und doch war die Euphorie im internationalen Forschungskonsortium „Colcorona“ nach dem Ende ihrer Phase-3-Studien so groß, dass die federführende kanadische Klinik am Montreal Heart Institute mit der guten Nachricht nicht warten mochte und eine öffentliche Mitteilung versendete: Bei fast viereinhalbtausend Infizierten sei durch frühes Schlucken der Colchicin-Tabletten – verglichen mit mit Placebopillen behandelten Covid-19-Patienten – ein großer Teil vor einem schwereren Krankheitsverlauf verschont worden.

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