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Reaktionen auf Johnson-Wahl : „Er wird großartig sein!“

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Der neue Parteichef und sein Rivale: Boris Johnson am Dienstag, im Hintergrund Jeremy Hunt Bild: EPA

Boris Johnson ist mit 66,4 Prozent der Stimmen zum neuen Tory-Chef gewählt und wird damit auch neuer britischer Premierminister. Trump gratuliert mit einer Twitter-Botschaft – und Labour-Chef Corbyn fordert Neuwahlen.

          Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson hat das Rennen um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May haushoch gewonnen. Er setzte sich bei der innerparteilichen Wahl mit 92.153 Stimmen (66,4 Prozent) gegen seinen Rivalen Jeremy Hunt durch, der 46.656 Stimmen erhielt. Johnson ist damit Chef der Konservativen Partei und soll am Mittwoch von Königin Elizabeth II. zum Premierminister ernannt werden. Mit Spannung wird erwartet, wen der umstrittene Politiker zu sich ins Kabinett holt.

          Die etwa 160.000 Parteimitglieder – das sind nach Angaben der Zeitung „Independent“ 0,34 Prozent aller Wahlberechtigten – hatten mehrere Wochen Zeit, um sich zwischen Johnson und Hunt zu entscheiden.

          Corbyn fordert Wahl

          Großbritanniens Oppositionschef Jeremy Corbyn forderte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses Neuwahlen. Johnson sei von weniger als 100.000 Parteimitgliedern der Konservativen unterstützt worden und habe nicht das Land hinter sich gebracht, schrieb der Labour-Politiker auf Twitter. Ein EU-Austritt ohne Abkommen, den Johnson nicht ausschließt, bringe Jobverluste und steigende Preise.

          Auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, wie Corbyn Labour-Mitglied, machte Johnson eine klare Ansage: „Ich werde nie damit aufhören, meine Meinung gegen die katastrophale Bedrohung des Brexits zu sagen.“ In anderen Bereichen – etwa bei der Sicherheits- oder Verkehrspolitik – sollte man jedoch die Differenzen beilegen, sagte er.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump gratulierte Johnson zu seinem Sieg. „Glückwunsch an Boris Johnson, dass er neuer Premierminister des Vereinigten Königreichs geworden ist“, schrieb Trump auf Twitter. „Er wird großartig sein!“, fügte er hinzu.

          Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den künftigen britischen Regierungschef beglückwünscht. „Ich gratuliere Boris Johnson und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit. Unsere Länder soll auch in Zukunft eine enge Freundschaft verbinden“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

          Johnson will das Abkommen über den EU-Austritt seines Landes mit Brüssel neu verhandeln. May war mit dem Deal im Parlament drei Mal gescheitert. Die Europäische Union lehnt aber jegliche Änderung an dem Abkommen ab. Johnson will daher notfalls am 31. Oktober ohne Austrittsvertrag ausscheiden. Das dürfte erhebliche negative Folgen für die Wirtschaft und viele weitere Lebensbereiche haben.

          Es wird mit Rücktritten weiterer Minister gerechnet

          Der Brexit-Hardliner wird wahrscheinlich viele Regierungsposten neu besetzen. Zeitungen spekulierten etwa über ein Comeback der früheren Brexit-Minister Dominic Raab und David Davis. Kritiker halten Davis für inkompetent und faul. Am vergangenen Wochenende hatten bereits Finanzminister Philip Hammond und Justizminister David Gauke die Aufgabe ihrer Ämter im Falle eines Wahlsiegs Johnsons angekündigt. Es wird mit Rücktritten weiterer EU-freundlicher Minister gerechnet.

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