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Yoshihide Suga : Loyal, effektiv und machtbewusst

Egal wie hart der Winter auch ist, das Frühjahr kommt und der Schnee wird schmelzen“: Yoshihide Suga stammt aus Japans Norden. Bild: Reuters

Die Liberaldemokraten, die Regierungspartei Japans, haben am Montag den bisherigen Kabinettsminister Yoshihide Suga zum Parteipräsidenten gewählt. Wer ist Japans designierter Ministerpräsident?

          3 Min.

          Yoshihide Suga, dem neuen Parteivorsitzenden der japanischen Liberaldemokraten und designierten Ministerpräsidenten, fehlen zwei Eigenschaften, die in Japan für gewöhnlich politische Karrieren vorbestimmen. Suga stammt nicht aus einer der traditionellen Politikerfamilien des Landes und er gehört keiner der Fraktionen der Partei an. Dennoch hat der Sohn eines Landwirts aus der Präfektur Akita im Nordwesten des Landes es an die Spitze der Regierung geschafft. Einer der Gründe dafür ist seine Ausdauer, die Suga mit seiner Herkunft aus einer Region begründet, in der im Winter meterhoch Schnee liegt. „Egal wie hart der Winter auch ist, das Frühjahr kommt und der Schnee wird schmelzen“, sagt Suga gerne. „Das lehrte mich Ausdauer, bevor ich es wusste.“

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Ambitionen auf das Amt hatte der 71 Jahre alte Suga dabei lange abgestritten. Eigentlich galt er als loyaler, effektiver und machtbewusster Manager in der zweiten Reihe. Nicht umsonst spricht er gerne über Toyotomi Hidenaga, den Bruder und die rechte Hand des mächtigen Feudalherrn Toyotomi Hideyoshi, der im 16. Jahrhundert Japan gewaltsam einte. Journalisten berichtete Suga im vergangenen Jahr von seinem Wunsch, einige Monate auf den Philippinen Englisch zu lernen, um danach ein oder zwei Jahre durch die Welt zu reisen. Das muss jetzt warten.

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