https://www.faz.net/-gpf-afpla

Neuer Kanzler, neues Europa? : Die EU nach Merkel

  • -Aktualisiert am

Kanzler und Kanzlerkandidat: Sebastian Kurz und Armin Laschet in Berlin Bild: dpa

Mit der Bundestagswahl beginnt auch in der EU die Nach-Merkel-Ära. Zwischen Laschet und Scholz gäbe es da schon Unterschiede.

          1 Min.

          Wenn die Europäische Volkspartei eine Sitzung in Berlin abhält, um ihre Mitglieder CDU und CSU im deutschen Wahlkampf zu unterstützen, ist Parteilichkeit Pflicht. Dass der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz sich da gegen ein Linksbündnis in Deutschland ausspricht, muss als selbstverständlich betrachtet werden.

          Und dass der Brüsseler Fraktionsvorsitzende Manfred Weber sagt, eine linke deutsche Regierung werde in Europa eher zur Vertiefung von Spaltungen führen, kann bei diesem altgedienten CSU-Mann auch nicht überraschen.

          Eines stimmt aber schon: Mit der Wahl am 26. September beginnt nicht nur in Deutschland die Nach-Merkel-Ära, sondern auch in Europa. Der Stil und die Ziele der Kanzlerin haben die EU sechzehn Jahre lang mindestens so geprägt wie ihr eigenes Land.

          Armin Laschet, der als Aachener und früherer Europaabgeordneter ein Herzenseuropäer ist, stünde vermutlich für die größte Kontinuität, wenn er ihr Nachfolger würde. Vielleicht wäre er sogar etwas ambitionierter auf dem Feld der Außen- und Sicherheitspolitik, auf dem Merkel vor allem Macron enttäuschte. Olaf

          Scholz dagegen sah sich beim Aushandeln des europäischen Wiederaufbaufonds schon als Baumeister eines künftigen europäischen Bundesstaates. Nicht nur unter den Brüsseler Integrationisten wird es einige geben, die gar nichts gegen ein anderes Deutschland hätten, vor dem Kurz warnt.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          Fast alle gegen Polen

          EU-Gipfel in Brüssel : Fast alle gegen Polen

          Der Streit über die Rechtsstaatlichkeit in Polen geht auch auf dem EU-Gipfel weiter. Ministerpräsident Morawiecki will nicht nachgeben. Sein Land werde nicht „unter dem Druck von Erpressung“ handeln.

          Topmeldungen

          Oh, wie schön ist das Harzvorland: Lange bedauerte Mittelstädte wie Bleckenstedt in der Region Salzgitter sind plötzlich hoch im Kurs.

          Immobilienpreise : Jetzt wird auch das flache Land teurer

          Die Immobilienpreise steigen nicht nur in den Metropolen des Landes. Warum das Dorf für Großstädter immer mehr zur Alternative wird und was das für den Traum vom Eigenheim bedeutet.
          Maybrit Illner im Gespräch mit ihren Gästen

          TV-Kritik: Maybrit Illner : Das neue Traumpaar der deutschen Politik

          Christian Lindner und Annalena Baerbock zeigten uns Zuschauern gestern Abend bei Maybrit Illner ihr herzliches Einvernehmen: Wir waren fast schon gerührt. Norbert Röttgen dokumentierte dagegen das Elend der CDU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.