https://www.faz.net/-gpf-82ibs

Neue Waffenlieferungen : Amerika wirft Russland Aufrüstung in der Ostukraine vor

  • Aktualisiert am

Ein Panzer der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine Bild: AFP

Russland hat nach Angaben der Vereinigten Staaten Luftabwehrsysteme und schwere Waffen in die Ostukraine gebracht. Außerdem sei die Truppenpräsenz an der Grenze stark erhöht worden. Auch Drohnen spielen nun eine Rolle in dem Konflikt.

          Die Vereinigten Staaten haben Russland eine Aufrüstung an der Grenze zur Ukraine sowie im umkämpften Osten des Nachbarlandes vorgeworfen. Die russische Armee habe „zusätzlich Luftabwehrsysteme im Osten der Ukraine stationiert und einige davon näher an die Frontlinien gebracht“, kritisierte die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums, Marie Harf, am Mittwoch in einer Erklärung. Russland schicke derzeit zudem weitere Soldaten an die Grenze zur Ukraine. Russland habe dort mittlerweile die größte Präsenz seit Oktober vergangenen Jahres aufgebaut.

          Moskau unterstütze die prorussischen Separatisten in der Ostukraine durch „zunehmend komplexe“ Militärausbildung, zum Beispiel im Umgang mit Drohnen. Die Drohnen seien „ein untrügliches Zeichen für die russische Präsenz“ im Konfliktgebiet, erklärte Harf.

          Verstöße gegen Friedensabkommen

          „Gemeinsame russische-separatistische Truppen verstoßen weiterhin gegen das Mitte Februar unterzeichnete ’Minsk 2’-Abkommen“, kritisierte Harf. Sie hätten „eine nennenswerte Zahl von Artillerie-Ausrüstung und Mehrfach-Raketenwerfern in den Gebieten“, die dem Friedensplan zufolge dort verboten sind. Außerdem würden weitere schwere Waffen in die Ukraine gebracht.

          Prorussische Aufständische kämpfen im Osten der Ukraine seit rund einem Jahr gegen die ukrainische Armee. Dabei wurden mehr als 6000 Menschen getötet. Der Westen und die Regierung in Kiew werfen Russland seit langem vor, die Rebellen im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen. Die Regierung in Moskau hat dies wiederholt zurückgewiesen. Am 12. Februar unterzeichneten beide Seiten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk einen Friedensfahrplan. Seitdem sind die Gefechte in der Ostukraine deutlich abgeflaut. Allerdings setzten nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beide Seiten weiterhin immer wieder schwere Waffen ein.

          Die amerikanische Armee hatte am Montag begonnen, die ukrainische Armee durch eine Ausbildungsmission zu unterstützen. Die Vereinigten Staaten liefern dem Land außerdem militärische Ausrüstung wie gepanzerte Fahrzeuge, Schutzwesten, Radarsysteme und Nachtsichtgeräte. Waffenlieferungen lehnt Washington bislang ab.

          Weitere Themen

          Ein Europa von Lissabon bis Wladiwostok

          Putin bei Macron : Ein Europa von Lissabon bis Wladiwostok

          Der französische Präsident Macron will Russland stärker einbinden – und gemeinsam eine neue Sicherheitsarchitektur schaffen. Dazu beendet er seine diplomatische Eiszeit mit Wladimir Putin.

          Topmeldungen

          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.