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Gemeinsame Übergangsregierung : Armee und Demonstranten in Sudan einigen sich

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Menschen feiern die Freilassung von 235 Gefangenen im Zuge der Einigung zwischen Übergangsregierung und Demonstranten im Sudan. Bild: AFP

Nach Vermittlung durch die Afrikanische Union haben sich in Sudan Vertreter des Militärs und der Protestbewegung verständigt, dass in den kommenden drei Jahren ein oberster Rat unter wechselnder Führung regieren soll.

          Im Sudan haben sich der regierende Militärrat und die Anführer der Protestbewegung auf Bedingungen für eine gemeinsame Übergangsregierung verständigt. Die Generäle und die Allianz für Freiheit und Wandel (ALC) hätten sich auf einen obersten Rat unter „wechselnder“ Führung während einer dreijährigen Übergangsphase geeinigt, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union, Mohamed El-Hacen Lebatt, in der Nacht auf Freitag auf einer Pressekonferenz.

          Zuvor hatten die Vermittler einen Plan vorgelegt, wonach der Rat in den ersten 18 Monaten von einem Militärvertreter geführt werden soll. Dann soll ein Zivilist bis zum Ende der Übergangsphase die Leitung des Gremiums übernehmen. Ein Vertreter der Protestbewegung sagte, dem Rat würden sechs Zivilisten – darunter fünf Vertreter der Allianz für Freiheit und Wandel – und fünf Militärs angehören. Die Nummer zwei des Militärrats, General Mohammed Hamdan Daglo, versprach in der Nacht auf Freitag, es werde „niemand ausgeschlossen“.

          Die Verhandlungen zwischen der Armee und der Protestbewegung waren im Mai zum Erliegen gekommen und erst am Mittwoch wieder aufgenommen worden. Die AU und Äthiopien hatten die Konfliktparteien zur Wiederaufnahme der Gespräche aufgerufen.

          Die Spannungen waren nach der gewaltsamen Auflösung eines Protestlagers vor dem Armeehauptquartier in Khartum Anfang Juni eskaliert. Die Protestbewegung hatte jüngst den Druck auf die Armee wieder erhöht. Am Sonntag gingen zehntausende Demonstranten in mehreren Städten auf die Straße. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden wieder mehrere Menschen getötet.

          Vermittler Lebatt sagte in der Nacht auf Freitag, die Konfliktparteien hätten eine "sorgfältige, transparente, nationale und unabhängige Untersuchung" der Gewalt der vergangenen Wochen vereinbart. Die Generäle hatten dies bislang verweigert und ein eigenes Ermittlungskomitee eingesetzt.

          In dem nordostafrikanischen Staat hatte nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir infolge von monatelangen Massenprotesten im April ein Militärrat die Führung übernommen.

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