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Neue Corona-Rekorde : Russland stirbt, schweigt und straft

Stark betroffene Hauptstadt: In Moskau sind die Infektionszahlen auch wegen einer vorhandenen Testkultur sehr hoch Bild: AFP

Die offiziellen Corona-Totenzahlen eilen von Rekord zu Rekord. Aber der Kreml konzentriert sich darauf, Kritiker der Pandemiepolitik zu verfolgen. Das Wohl der Bürger steht hintan.

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          In Sotschi am Schwarzen Meer hat die Pandemie zwei Staatsführern ein neues Feld des Kräftemessens eröffnet. Der frisch aus einer zweiwöchigen „Selbstisolation“ zurückgekehrte russische Präsident Wladimir Putin appellierte am Mittwoch zum Abschied an seinen Gast, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, rechtzeitig seine Impfung gegen das Coronavirus aufzufrischen. Putin war nach eigenen Angaben in Quarantäne gegangen, weil sich Dutzende Mitarbeiter in seiner Umgebung infiziert hatten, weil sie ihre Impfung zu spät aufgefrischt hatten. Er aber, Putin, habe sich nicht angesteckt, sagte der Präsident in einem vom russischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Video.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          „Ich habe viele Antikörper“, verkündete Putin stolz und schmunzelte zum größer gewachsenen Gast aus Ankara empor. Erdogan fragte, wie viele denn. Da werde unterschiedlich gezählt, antwortete Putin, „so 15, 16“. Das sei doch sehr niedrig, sagte Erdogan: „Ich habe über 1100.“ Das seien eben unterschiedliche Zählweisen, beteuerte Putin und riet dem Gast zu einer Impfauffrischung mit Russlands bekanntestem Impfstoff Sputnik V. „Ich habe das schon gemacht, mit BioNTech“, verkündete Erdogan. Zwar hat die Türkei das russische Vakzin im Frühjahr zugelassen, aber nur wenig verimpft, da Russland nach türkischen Angaben nicht genug zweite Dosen lieferte. „Dann eben nächstes Mal“, sagte Putin und zwinkerte dem türkischen Präsidenten zu.

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