Neue Hinweise auf Agententätigkeit von Andrej Babiš
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Bestreitet die Vorwürfe: der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš (Aufnahme aus dem Jahr 2019) Bild: dpa
In der Tschechischen Republik sind neue Hinweise auf eine Agententätigkeit des Ministerpräsidenten Babiš aufgetaucht. Die Dokumente seien eindeutig, sagt der Leiter des Nationalen Erinnerungsinstituts.
Die angegilbte Karteikarte für einen Mitarbeiter mit dem Codenamen „Bureš“ trägt zwei rote Stempel: ein Datum, „23 XI 1982“. Und, links oben quer darüber gestempelt, „Agent“. Das slowakische Nationale Erinnerungsinstitut UPN ist ein Pendant zur Stasi-Unterlagenbehörde in Deutschland. Und nach dessen Überzeugung handelt es sich bei dem Dokument um die statistische Registrierungskarte des früheren tschechoslowakischen Geheimdienstes ŠtB, Zweigstelle Bratislava, für einen gewissen Ingenieur Andrej Babiš. Eben jenen Babiš, der nach der Wende wie aus dem Nichts den Agrar-, Lebensmittel- und schließlich auch Medienkonzern Agrofert aufbauen und zum Milliardär werden sollte – und der seit 2017 tschechischer Ministerpräsident ist.
Dass es sich bei „Bureš“ offensichtlich um Babiš handelte, ist bekannt. Es existieren weitere Unterlagen, doch hat Babiš stets bestritten, für den ŠtB tätig gewesen zu sein. Er bezeichnet die Unterlagen als schon damals begangene Fälschungen. So argumentiert Babiš auch jetzt, da über den neuen Fund besagter Karteikarte auf der tschechischen Online-Nachrichtenseite Seznam Zprávy erstmals berichtet wurde. Es sei bekannt, dass der ŠtB Akten über Personen geführt habe, die davon nichts gewusst hätten, sagte Babiš am Wochenende. „Dieses Dokument, das Sie mir zeigen, bedeutet absolut nichts.“
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