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Neue „Charlie Hebdo“-Ausgabe : Von Trauer gezeichnet

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Sichtlich bewegt: der neue „Charlie Hebdo“-Chefredakteur Biard, Titelbild-Zeichner Luz und Journalist Pelloux (v.l.n.r.) bei der Pressekonferenz in Paris Bild: dpa

Karikaturist Luz hat das aktuelle „Charlie Hebdo“-Titelbild gezeichnet. In Paris erzählt er über seine Tränen und die Entstehung der neuen Mohammed-Karikatur. Sorgen mache er sich nicht, „denn ich glaube, dass die Menschen intelligent sind“.

          Sichtlich aufgewühlt und bewegt hat der Karikaturist Luz am Dienstag Einblicke in die Entstehung der neuesten Ausgabe der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ gegeben, die eine Woche nach dem Terroranschlag auf ihre Redaktion, bei der zwölf Menschen, darunter acht “Charlie Hebdo“-Redakteure, ihr Leben ließen, an die Kioske kommt. Er habe geweint, als er die Mohammed-Karikatur für die Titelseite fertig gezeichnet habe, berichtete Luz, der mit vollem Namen Renald Luzier heißt, bei einer Pressekonferenz in Paris.

          „Ich habe gezeichnet und gesagt: ’Ich bin Charlie’“, erklärte Luz mit zitternder Stimme. „Das war eine Idee, die ich im Kopf hatte, aber es war nicht genug, das war noch keine Titelseite. Und dann gab es noch diese Idee, Mohammed zu zeichnen. Ich habe ihn angeschaut, er war am Weinen, und dann habe ich darüber geschrieben: ’Alles ist verziehen’ - und dann habe ich geweint. Und das ist die Titelseite.“

          „Unser Mohammed ist ein Mann, der weint“

          Auf der Titelseite der ersten „Charlie Hebdo“-Ausgabe nach den Attentaten  hält ein weinender Mohammed ein Schild mit dem inzwischen weltweit bekannten Solidaritäts-Spruch für die Anschlagsopfer, „Ich bin Charlie“. „Unser Mohammed ist in erster Linie ein Mann, der weint“, sagte Luz, der immer wieder nach Worten rang und bei seinen Ausführungen lange Pausen machte.

          „Ich habe keinerlei Sorge, was mein Titelblatt angeht. Denn ich glaube, dass die Menschen intelligent sind, immer mehr, als man glaubt.“ Auch „Charlie Hebdo“-Chefredakteur Gérard Biard sagte, der Mohammed auf dem Titelbild sei „viel sympathischer als der, den die (islamistischen) Schützen vor sich hertragen.“

          In muslimischen Ländern ist bereits Kritik an der Abbildung des Propheten Mohammed auf der „Charlie Hebdo“-Titelseite laut geworden. Die neue Ausgabe der Satirezeitung kommt am Mittwoch mit einer Rekordauflage von drei Millionen Exemplaren in den Handel - üblicherweise lag die Auflage von „Charlie Hebdo“ bei rund 60.000 Exemplaren.

          Luz mit der neuesten Ausgabe von „Charlie Hebdo“

          Die Ausgabe entstand in den Räumlichkeiten der französischen Tageszeitung „Libération“. Die Computer dafür hatte die Zeitung „Le Monde“ zur Verfügung gestellt. Zwar hatten die Redaktion in den vergangenen Tagen zahlreiche Gastbeiträge erreicht, doch besteht die neueste Ausgabe allein aus Beiträgen der in dieser Woche 15 Kollegen zählenden “Charlie Hebdo“-Redaktion.

          Historikern zufolge wurden in Frankreich noch nie so viele Exemplare einer Zeitungsausgabe gedruckt. „Charlie Hebdo“ wird als Druckausgabe auch auf Italienisch und Türkisch erscheinen, als Online-Ausgabe zudem auch auf Englisch, Spanisch und Arabisch.

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