https://www.faz.net/-gpf-a12mq

Neue Bürger : Wie Festland-Chinesen Hongkong verändern

Hongkonger gedenken im Victoria Park des Tian’anmen-Massakers vor 31 Jahren. Bild: Bloomberg

Immer mehr Chinesen vom Festland kommen in die Stadt. Das könnte sie noch mehr verändern als der Exodus von Leuten, die Angst vor Peking haben. Eine Reportage.

          7 Min.

          Alltag in Hongkong, Punkt zwölf. Aus den Bürotürmen strömen sie auf die Straße: Maßanzugträger, Frauen in Arbeitskleidung von Gucci, Prada und Ralph Lauren. Körper, gestählt vom Bankdrücken, Yoga und Joggen an frischer Luft. Aber auch philippinische Hausmädchen eilen durch die Straßen und energische Bettler. Sie eilen in die umliegenden Restaurants zum Essen. Nichts, so scheint es, ist Hongkongern so heilig wie das Mittagsmahl. Und in Asiens größtem Finanzzentrum ist die Auswahl beim Essen grenzenlos. Das „Old Town“ in der Wellington Road zum Beispiel kocht hauchzartes Hainan-Huhn für umgerechnet elf Euro nach einem Rezept chinesischer Einwanderer.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Wer jedoch über Pläne zum Auswandern sprechen will, sucht in der Duddell Street hinter einem Laden für handgemachte britische Regenschirme lieber das „Foxglove“ in der Duddell Street auf. Im diskreten Ambiente gibt es dort für zwanzig Euro ein Dim-Sum-Menü vom Feinsten. John geht dahin. Der Investmentbanker hält das Angebot für fast geschenkt. Vor etwas mehr als dreißig Jahren wurde er in Hongkong geboren und liebt seine glitzernde Stadt mit ihren grünen Inseln. Für die britische Großbank HSBC, die ihr Geschäft vor allem in China macht, kauft er Beteiligungen an Unternehmen auf und stößt sie mit Gewinn wieder ab.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.
          Junge Frau Mitte Juli am Strand von Calvia/Spanien

          Corona-Todesraten : Noch retten die Jungen die Statistik

          Mitte April starben in Europa jeden Tag viertausend Menschen an Covid-19. Inzwischen ist die Sterberate zurückgegangen. Das hat viele Gründe. Infektiologen warnen allerdings, dass sich die Lage bald wieder ändern könnte.