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Neue australische Partei : Draht in den Busch

Der Darling-Fluss im Stammgebiet von Borsaks Partei. Die Region wird immer wieder von verheerenden Dürren heimgesucht. Bild: EPA

In Australien ist eine Partei im Aufwind, die sich für Jäger, Fischer und Bauern einsetzt. Sie findet Zulauf im Outback, wo Dürre und Schulden den Farmern zusetzen.

          6 Min.

          Der Elefant verfolgt Robert Borsak seit Jahren. Dabei hat er ihm sogar persönlich das Leben ausgehaucht. Es ist ein kapitaler Bulle mit geraden Stoßzähnen und breiten Ohren, die wie große Fächerblätter von beiden Seiten des Kopfes abstehen. An die linke Seite des Kopfes ist die Flinte gelehnt. Auf der rechten sitzt Borsak mit einem Knie auf dem Boden. Er trägt Khaki-Shorts, ein Tarnhemd und den breitkrempigen australischen Akubra-Hut. Ein zufriedenes Lächeln umspielt seine Lippen. In seiner Komposition erinnert das Bild an Schwarzweißwerke aus dem Kolonialalbum. Es fehlen nur noch die Trägersklaven an der Seite des Großwildjägers.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Das Foto von Borsak und dem toten Elefanten wird immer wieder herausgeholt, wenn es um den streitbaren Politiker und seine „Shooters, Fishers and Farmers Party“ geht. Was immer man von der rechtskonservativen Partei halten mag: Sie hat den Vorteil, dass sie ihre Klientel schon im Namen trägt. Sie ist die Interessenvertretung der Jäger, Fischer und Bauern in diesem Landesteil „down under“. Nicht zuletzt aus diesem Grund eilt ihr der Ruf voraus, „wacky“ („durchgeknallt“) zu sein, wie sich ein Journalist aus der Hauptstadt Canberra ausdrückt.

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