https://www.faz.net/-gpf-acpe7

Nach dem Regierungswechsel : Israel ohne Perspektive

Benjamin Netanjahu am Tag nach der Vereidigung seines Nachfolgers Bild: AP

Der frühere Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stand für Stabilität und Wohlstand. Zuletzt aber ging es ihm nur noch um sich selbst.

          3 Min.

          Mit Benjamin Netanjahus Amtsverlust endet eine Ära. Er hat Israel über Jahrzehnte geprägt, und von Anfang an sah er sich als Garanten für den Staat. Kritik an seiner Person galt ihm als Angriff auf das gesamte politische System. Als ihm Gegner zu Beginn seiner Karriere in den neunziger Jahren einen Seitensprung nachwiesen, konterte er, die Vorwürfe seien ein „beispielloses Verbrechen gegen die Demokratie“. Und jetzt, wo ihn eine Achtparteienkoalition abgelöst hat, spricht er vom „größten Wahlbetrug in der Geschichte der Demokratie“.

          Der am längsten amtierende Ministerpräsident Israels war auch am Ende noch einmal bereit, die Öffentlichkeit aufzuwiegeln, um sich irgendwie im Amt zu halten. Seine Amtszeit ist gezeichnet von Spaltungen, Intrigen und undurchsichtigen Geschäften, es laufen drei Korruptionsverfahren gegen ihn. Doch viele Israelis sahen in ihm lange einen starken Mann, dem sie das fragile Schicksal ihres Landes gerne anvertrauten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Flutwarnung in Ahrweiler : Warum wurde nicht evakuiert?

          Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die Verantwortlichen im Kreis Ahrweiler früher gehandelt hätten. Der rheinland-pfälzische Innenminister verspricht, den Katastrophen-Abend aufzuklären.
          Armin Laschet am 20. Juli in Bad Münstereifel

          CSU in Sorge : Kann das mit Laschet gut gehen?

          Die Werte für die Union fallen, die Nervosität wächst. In CDU und CSU hält mancher Armin Laschet für zu passiv. Und Markus Söder feuert wieder. Denn es gibt ein Schreckensszenario.