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Netanjahu in Saudi-Arabien? : Jerusalem und Riad rüsten sich

Der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman am 22. November während des von Riad ausgerichteten G-20-Gipfels Bild: EPA

Das unbestätigte Treffen Netanjahus mit Muhammad Bin Salman passt ins Bild der israelisch-saudischen Beziehungen: Man kooperiert, zeigt das aber noch nicht offen. Am Horizont stehen Iran – und ein neuer Mann im Weißen Haus.

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          Treffen sich ein Israeli, ein Saudi und ein Amerikaner am Roten Meer ... Wer das vermutlich nicht witzig findet, ist das Regime in Teheran. Dabei ist die Pointe so neu nicht: Dass Benjamin Netanjahu am Wochenende israelischen Berichten zufolge nach Saudi-Arabien reiste und dort Kronprinz Muhammad Bin Salman alias „MBS“ (sowie den amerikanischen Außenminister Mike Pompeo) traf, passt ins Bild.

          Seit Jahren arbeiten Israelis und Saudis in mancherlei Hinsicht inoffiziell zusammen, dem fortbestehenden Palästina-Konflikt zum Trotz. Und Jerusalem und Riad – sowie die Trump-Regierung – wollen die Reihen noch fester schließen, um sich der in die Region ausgreifenden Politik Irans entgegenzustellen.

          Der Kronprinz blickt in die Zukunft

          Unterschiedlich ist nur, wie offenherzig sie damit umgehen. Aus saudischer Sicht ist einstweilen noch mehr Zurückhaltung angesagt: In Riad weiß man, dass ein Teil der eigenen Bevölkerung nach wie vor keinen Spaß versteht, wenn es um Israel geht. Auch die Person König Salmans selbst mag da eine Rolle spielen; er steht für den traditionellen Ansatz, wonach ein Friedensvertrag erst nach der Lösung des Nahostkonflikts denkbar ist.

          Sein Sohn Muhammad blickt eher in die Zukunft. Dass „MBS“ dort am näheren Horizont einen neuen Mann im Weißen Haus entdeckt, der nicht so inbrünstig die Anti-Iran-Front beschwört wie der derzeitige, liefert ihm einen weiteren Grund, sich mit Israel abzustimmen – damit nicht doch als letztes Iran lacht.

          Christian Meier
          Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika.

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