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Bukele in El Salvador : Wie ein Präsident die Mordrate halbierte

Auf diesem vom Präsidentenamt von El Salvador veröffentlichten Bild überwacht ein Polizist zahlreiche tätowierte Gefängnisinsassen. Im Kampf gegen die Bandengewalt hatte El Salvadors Präsident eine Isolierung aller Häftlinge angeordnet. Bild: dpa

El Salvadors Präsident Bukele trägt Baseballkappen und Lederjacken. Er ist ungewöhnlich beliebt. Kein Wunder: Er hat die Mordrate mehr als halbiert. Wie ist ihm das gelungen?

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          El Salvador, das steht für Mord. Das Image des kleinen Landes in Zentralamerika ist schon seit Jahren wegen der kriminellen Banden ramponiert. Die Welt nimmt nur selten von El Salvador Notiz – und wenn, dann nur, wenn das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung neue Zahlen zu den weltweiten Mordraten veröffentlicht. Noch vor wenigen Jahren führte El Salvador die Liste an. So viele Morde je Einwohner gab es sonst nirgends auf dem Planeten. Nun aber ist die Mordrate kräftig gesunken. Wie ist das gelungen?

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Den Erfolg heimst derzeit Nayib Bukele ein. Seit anderthalb Jahren ist er Präsident, viele Bürger sehen in ihm einen Helden, den Retter El Salvadors. Allein innerhalb seines ersten Jahres im Amt soll sich die Mordrate nach Angaben der Behörden mehr als halbiert haben. Der vermeintliche Held ist erst 39 Jahre alt, trägt gerne mal eine Baseballkappe und eine Lederjacke. In einer Umfrage bewerteten 96 Prozent der Befragten seine Arbeit vor wenigen Monaten als gut oder sehr gut. Das ist schon für sich genommen eine ungewöhnlich hohe Zustimmungsrate, in Lateinamerika umso mehr, wo manch ein Präsident gerade noch so zweistellige Werte erreicht. Bukele ist wohl aktuell der beliebteste Präsident Lateinamerikas.

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