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Zukunft der Nato : Frischzellenkur gegen den „Hirntod“?

Amerikanischer Kampfpanzer auf dem Weg zu einer Militärübung in Osteuropa. Bild: AP

Die Nato-Staaten befinden sich in der Krise und in einer neuen strategischen Lage. Höchste Zeit für gemeinsame Antworten.

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          Die Nato hat derzeit dreißig Mitglieder; am Ende des Kalten Krieges waren es 16. Sie wächst; was sie anbietet, kollektive Sicherheit, wird nachgefragt. Trotz dieser Attraktivität trüben Spannungen das Bild. Vor einem Jahr sorgte der französische Präsident Macron für einigen Wirbel, als er das Bündnis für „hirntot“ erklärte. Das war starker Tobak, aber ein Teil der Kritik war berechtigt: zu wenig Absprache und gemeinsame Analyse, Zweifel an Zusammenhalt und Solidarität. Es folgte eine Reformdebatte, wie sie Organisationen führen, wenn sie sich ihres Zwecks nicht mehr sicher sind.

          Das Ergebnis, das eine Reflexionsgruppe jetzt vorgelegt hat, läuft darauf hinaus, die politische Seite der Allianz zu stärken. Eine solche Schärfung ist überfällig und notwendig, und zwar vor allem deshalb, weil sich die in der Nato zusammengeschlossene Gemeinschaft von Demokratien in einer neuen strategischen Lage befindet. Die Stichworte sind systemische Rivalität und geopolitische Konkurrenz.

          Es ist unschwer zu erkennen, was oder wer sich dahinter verbirgt: Russland und vor allem der Aufstieg Chinas. Darauf muss sich auch die Nato einstellen, zuallererst politisch. Ob ihr die Reformvorschläge zu der von Außenminister Maas erhofften Frischzellenkur verhelfen, steht dahin. Doch es wird Zeit, dass der Westen gemeinsame Antworten auf die chinesische Herausforderung findet. Wenn jeder auf eigene Faust sein „Glück“ mit China sucht, wird der geopolitische Wettbewerb eine ernüchternde Erfahrung werden.

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