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Nato-Initiative im Irak : Trump bestellt, Stoltenberg liefert

Im „Tal des Friedens“: Iranische Geistliche vor dem Denkmal für General Soleimani auf dem Friedhof in Nadschaf. Bild: Reuters

Die Nato soll im Irak die gesamte Ausbildung der Armee übernehmen. Für die Bundeswehr ist das kein großes Problem – aber für die SPD.

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          Anfang Januar machte der amerikanische Präsident eine klare Ansage. „Ich werde die Nato heute bitten, sich stärker am Prozess im Nahen Osten zu beteiligen“, sagte Trump, als er die Tötung des iranischen Generals Soleimani rechtfertigte. Danach griff er zum Telefon und rief Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel an. Der hatte schon länger für eine größere Rolle der Allianz in der Region geworben, doch war Trumps Vorgänger Obama dagegen gewesen. Jetzt, fünf Wochen später, hat der Generalsekretär eine erste Antwort parat: Er will sämtliche Aktivitäten zur Ausbildung und Beratung der irakischen Streitkräfte in der Hand der Nato bündeln.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Bisher gibt es mehrere getrennte Missionen: eine wird von der Nato geführt, die anderen von Mitgliedstaaten unter dem Dach der Koalition gegen den „Islamischen Staat“. Zum Teil arbeiten die Ausbilder Seite an Seite auf denselben Stützpunkten, aber in unterschiedlichen Strukturen; das betrifft auch die Bundeswehr. „Wir können mehr tun“, sagte Stoltenberg am Dienstag im Nato-Hauptquartier. Er wiederholte sein Mantra, dass die Ausbildung von Soldaten eines der besten Instrumente im Kampf gegen den Terrorismus sei. Die Allianz habe „bewährte Strukturen“ und könne deshalb einen „Mehrwert“ schaffen. Es geht um mehrere hundert Soldaten, die der Nato unterstellt werden sollen. Stoltenberg blieb allerdings vorsichtig: Über seinen Vorschlag sei noch nicht entschieden worden, sagte er.

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