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Nato in Afghanistan : Wenn der Dschihad zurückkehrt

Die Taliban sind nicht weit: Deutschen Soldaten im Camp Marmal in Mazar-i-Sharif im März 2018 Bild: Reuters

Die Nato bereitet sich darauf vor, länger in Afghanistan zu bleiben. Für ihre Soldaten könnte das gefährlich werden. Der Waffenstillstand mit den Taliban ist in Gefahr.

          5 Min.

          Javier Gutierrez und Antonio Rodriguez wurden am 8. Februar 2020 getötet. Ein afghanischer Soldat hatte mit einem Maschinengewehr plötzlich das Feuer auf sie und weitere Kameraden eröffnet. Es war kein Unfall, sondern Absicht. Ein „Insider-Angriff“, wie es im Militärjargon heißt. Die amerikanischen Unteroffiziere, beide Spezialkräfte, waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein gutes Jahr ist das her. Bis heute sind sie die letzten Nato-Soldaten, die am Hindukusch durch feindliche Einwirkung gefallen sind, zwei von mehr als 3500. Aber wird das auch so bleiben, wenn die Allianz ihren Einsatz dort länger fortsetzt als mit den Taliban vereinbart?

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Das ist die heikelste Frage, wenn die Nato-Verteidigungsminister an diesem Donnerstagnachmittag über die Zukunft ihrer Mission „Resolute Support“ in einer Videokonferenz beraten. Aus Washington wird sich Lloyd Austin zuschalten, der neue amerikanische Verteidigungsminister. Mit Entscheidungen wird nicht gerechnet, aber die Verbündeten erwarten sich wenigstens Hinweise darauf, was Amerika vorhat. Für Deutschland gilt das besonders. Ende März muss der Bundestag sein Mandat für die Bundeswehr verlängern. Noch lässt Präsident Joe Biden den Deal überprüfen, den sein Vorgänger Donald Trump Ende Februar 2020 mit den Taliban geschlossen hatte. Die Islamisten verpflichteten sich, ihre Verbindung zu Al Qaida zu kappen, Friedensgespräche über eine Machtteilung im Land aufzunehmen und einen Waffenstillstand zu schließen. Amerika sagte im Gegenzug den Rückzug sämtlicher internationaler Kräfte bis Ende April 2021 zu.

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