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„National Day of Prayer“ : Hauptsache religiös?

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Der amerikanische Präsident Donald Trump spricht während eines Abendessens am Tag vor dem „National Day Of Prayer“ im Weißen Haus. Bild: Reuters

Kein amerikanischer Wahlkampf kommt ohne das Thema Religion aus. Die meisten Amerikaner identifizieren sich als Christen – die meisten Präsidentschaftskandidaten ebenfalls.

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          Beten sollen sie, fürs Vaterland: Am Donnerstag findet in Amerika der „National Day of Prayer“ statt, der Nationale Tag des Gebets. Religiöse Führer aller Glaubensrichtungen kommen schon am Mittwoch im Weißen Haus zusammen und rufen dazu auf „für die Nation“ zu beten, wie es auf der Webseite der Aktion heißt. Religion ist im privaten und öffentlichen Leben des Landes wichtig – und sie ist es daher auch im Wahlkampf. Laut dem „Pew Research Center“ bezeichneten sich im Jahr 2014 70,6 Prozent der Amerikaner als Christen, davon seien 25,4 Prozent Evangelikale. Juden machten dieser Befragung zufolge 1,9 Prozent der Bevölkerung aus, Muslime 0,9, Buddhisten und Hindus je 0,7 Prozent. Rund 23 Prozent der Bürger gaben an, keiner Religion anzugehören.

          Der demokratische Präsidentschaftskandidat, der seine Religion bislang am offensivsten thematisierte, ist Pete Buttigieg. Buttigieg ist 37 Jahre alt und Bürgermeister der Stadt South Bend in Indiana. Er wuchs katholisch auf, trat der Episkopalkirche bei und ist seit vergangenem Jahr mit Ehemann Chasten Glezman verheiratet. Buttigieg bezeichnet sich selbst als sehr gläubig. Da viele konservative Religiöse nach wie vor Diskriminierung gegen Schwule und Lesben befördern, greift er sie in seinen Reden immer wieder direkt an. Der erzkonservative Vizepräsident Mike Pence ist für ihn der oberste Vertreter des republikanischen Kampfes gegen die Gleichberechtigung. Pence, der Gouverneur von Indiana war, ist gegen die Ehe für Alle und stimmte als Kongressabgeordneter gegen Gesetze, die die Diskriminierung Homosexueller am Arbeitsplatz verbieten sollten. Er ist bekannt für seine restriktiven Moralvorstellungen, die unter anderem dazu führen, dass er nicht mit einer anderen Frau als seiner Ehefrau allein essen gehen würde. Pence symbolisiert für Buttigieg die moralische Bigotterie der Trump-Präsidentschaft – der sittenstrenge Vize sei schließlich zum „Cheerleader einer Porno-Präsidentschaft“ geworden, sagte er in Anspielung auf die Affären Trumps.

          Buttigieg zitiert in seinen Reden ebenso gern die Bibel wie Pence. „Wenn mein Schwulsein eine Entscheidung war, dann wurde Sie weit, weit oben getroffen“, sagte er kürzlich bei einer Kampagnenveranstaltung. „Ich wünschte, dass die Mike Pences dieser Welt das begreifen würden: Wenn Sie ein Problem damit haben, wer ich bin, dann haben Sie das Problem nicht mit mir – diesen Streit haben Sie mit meinem Schöpfer, Sir.“ Der junge Kandidat will den Republikanern jene Wähler streitig machen, für die Religion wichtig ist – aber keine Diskriminierung beinhalten muss. Damit könnte er richtig liegen: eine Mehrheit der religiösen Bürger unterstützt jüngsten Umfragen zufolge nämlich inzwischen die Ehe für Alle, die in den Vereinigten Staaten Gesetz ist. Laut dem Public Religion Research Institute (PRRI) sind 97 Prozent der unitarischen Christen, 77 Prozent der Juden und je zwei Drittel der Protestanten, Katholiken und der orthodoxen Christen dafür. Franklin Graham, einer der prominentesten konservativen Christen, wollte die Amerikaner bei Twitter nach Buttigiegs Rede prompt daran erinnern, dass Homosexualität „eine Sünde“ sei, für die man „Abbitte“ leisten müsse – „und nichts, das man vor sich herträgt, das man feiert oder politisiert.“

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