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Modi in Berlin : Kein böses Wort über Putin

  • -Aktualisiert am

Bilateral kaum Probleme: Narendra Modi und Olaf Scholz Bild: dpa

Der russische Überfall auf die Ukraine hat viele Probleme gebracht. Die hat der indische Regierungschef in Berlin alle benannt. Den Verursacher nannte er aber nicht. Trotzdem bleibt Delhi ein wichtiger Partner des Westens.

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          Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Indien seine Ölimporte aus Russland deutlich erhöht. Damit stärkt die Regierung in Neu Delhi eine Beziehung, die seit Jahrzehnten mehr oder weniger stabil ist und sich vor allem in militärischer Ausrüstung aus sowjetisch-russischer Produktion für die indischen Streitkräfte manifestierte.

          Zum russischen Krieg hat Ministerpräsident Narendra Modi eine sehr ambivalente Haltung eingenommen. Daran hat der Regierungschef auch bei seinem Besuch in Berlin festgehalten. Er äußerte den selbstverständlichen Wunsch nach Frieden für die Ukraine, benannte alle durch den Überfall Russlands verursachten Probleme. Aber den Urheber aller Probleme nannte er nicht beim Namen. Das ist bedauerlich.

          Klimawandel erlebt Indien gerade hautnah

          Trotzdem bleibt Indien ein wichtiger, wenn auch schwieriger Partner für den Westen. Die Einladung zum Gipfeltreffen der G 7 im Sommer in Bayern ist jedenfalls Ausdruck großer Wertschätzung. Wohin es führt, wenn man zu viele fossile Energieträger verbrennt, erfährt Indien in Gestalt von Rekordtemperaturen gerade besonders heftig.

          Die deutschen Gesprächspartner Modis können wiederum ein Lied davon singen, wohin es führt, wenn man sich bei der Lieferung von Energieträgern zu abhängig von einem Lieferanten macht. Insofern war der Besuch in Deutschland sicher für alle Beteiligten wichtig und lehrreich.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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