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Naher Osten : Israel und Hamas setzen Luftangriffe fort

  • Aktualisiert am

Israelische Luftangriffe im Gazastreifen Bild: AFP

Im Nahen Osten gehen die Kämpfe zwischen Israel und militanten Palästinensern unvermindert weiter. Das israelische Militär hat in der Nacht abermals das Tunnelsystem der Hamas angegriffen.

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          Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben abermals das Tunnelsystem der islamistischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. 54 Kampfflugzeuge hätten rund 35 Ziele im Laufe der Nacht beschossen, teilte die Armee am Montagmorgen mit. Dabei seien etwa 15 Kilometer des sogenannten Metro-Systems attackiert worden. Es handelte sich demnach um die dritte Angriffswelle, die gegen das Tunnelnetz gerichtet war.

          Nach Angaben der Armee hatte die Hamas das System über Jahre aufgebaut. Es dient unter anderem dem Schutz von Kämpfern und deren schneller Verlegung. Die „Metro“ liegt zu großen Teilen unter der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens. Ein Sprecher bezeichnete sie als „Stadt unter der Stadt“.

          Keine gemeinsame UN-Erklärung

          In der vergangenen Nacht wurden zudem wieder Wohnorte von wichtigen Hamas-Vertretern beschossen. Die Hamas feuerte ihrerseits weiter Raketen auf Israel ab. Dabei wurden seit dem 10. Mai zehn Israelis getötet; auf palästinensischer Seiten starben mindestens 197 Menschen. Zuvor war es dem UN-Sicherheitsrat abermals nicht gelungen, sich auf eine gemeinsame Erklärung zum eskalierten Nahost-Konflikt zu einigen. Diplomaten zufolge blockieren die USA wie auch schon in den beiden vorangegangenen nicht-öffentlichen Sitzungen eine gemeinsame Erklärung.

          Präsident Joe Biden zufolge arbeiten die Vereinigten Staaten mit Palästinensern und Israelis zusammen, um eine „dauerhafte Ruhe“ zu erreichen. „Wir glauben auch, dass Palästinenser und Israelis gleichermaßen ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit verdienen“, sagte er in einer am Sonntag ausgestrahlten Videobotschaft zum Ende der islamischen Fastenzeit. Zudem sollten sie „ein gleiches Maß an Freiheit, Wohlstand und Demokratie genießen“.

          Die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilte unterdessen den israelischen Raketenangriff auf ein Gebäude im Gazastreifen mit Medienbüros. Sie rief deshalb den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) an. Der absichtliche Angriff auf Medienbüros stelle ein „Kriegsverbrechen“ dar, sagte der Generalsekretär der Organisation, Christophe Deloire. Dadurch werde nicht nur „inakzeptabler materieller Schaden“ angerichtet. Auch werde durch diese Angriffe die Berichterstattung der Medien über einen Konflikt erschwert, „der direkt die Zivilbevölkerung betrifft“.

          Das Gebäude im Gazastreifen, in dem die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) sowie der katarische Fernsehsender Al-Jazeera ihre Büros hatten, war von den israelischen Raketen in Trümmer gelegt worden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete das Gebäude in einem Interview des Senders CBS News als „perfekt legitimes Ziel“.

          Die israelische Armee begründete den Angriff auf das Gebäude damit, dass sich dort auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der radikalislamischen Hamas befunden hätten. Der Eigentümer des Hauses war nach eigenen Angaben eine Stunde vor dem Angriff vom israelischen Geheimdienst gewarnt und zur Evakuierung des Gebäudes aufgefordert worden.

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