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Nahost-Reise : Al Qaida hetzt gegen Obama

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König Abdullah ist Obamas erster Gesprächspartner Bild: AP

Zum Auftakt seiner ersten Nahost-Reise als Präsident ist Barack Obama in Saudi-Arabien eingetroffen. In Audiobotschaften bezeichnet das Terrornetz Al Qaida ihn als „Verbrecher“. In Kairo will sich Obama mit einer Grundsatzrede an die Muslime wenden.

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          Begleitet von einem Störversuch durch Al Qaida hat die erste mit Spannung erwartete Nahost-Reise des amerikanischen Präsidenten Barack Obama begonnen. Am Mittwoch traf er in Riad zunächst zu einem Besuch bei König Abdallah von Saudi-Arabien ein. Höhepunkt der Reise soll eine Rede an die islamische Welt sein, die Obama an diesem Donnerstag in Kairo halten wird und zu der er auch zahlreiche Oppositionelle eingeladen hat. Das Terrornetz Al Qaida gab sich unterdessen Mühe, Obamas Dialog mit den Muslimen zu stören.

          Während der Präsident von Washington in die saudische Hauptstadt Riad flog, tauchte auf Islamisten-Websites erst eine Audiobotschaft auf, die Ayman al Zawahiri zugeschrieben wird. Er ist der Stellvertreter des Al-Qaida-Führers Usama Bin Ladin und beschimpft in der Botschaft Obama als „Verbrecher“, der mit der Führung des Folterstaates Ägypten unter einer Decke stecke. Wenige Stunden später wurde dann auch noch eine Botschaft veröffentlicht, die Al-Qaida-Anführer bin Ladin zugeschrieben wird. Dieser warf Obama vor, er verfolge die gleiche verfehlte Politik wie sein Vorgänger George W. Bush.

          Der betagte König von Saudi-Arabien ließ es sich trotz Temperaturen um die 40 Grad nicht nehmen, Obama am Flughafen von Riad vor der Präsidentenmaschine Air Force One zu empfangen. Während der Begrüßung, die von arabischen Fernsehsendern live übertragen wurde, war jedoch zu erkennen, dass der neue Mann im Weißen Haus und der „Hüter der heiligen Stätten des Islam“ anfangs noch ein wenig „fremdelten“. Ihr anschließendes Gespräch drehte sich nach saudischen Angaben unter anderem um den Nahostkonflikt, das iranische Nuklearprogramm und die jüngste Achterbahnfahrt der Ölpreise.

          Die meisten saudischen Zeitungen titelten am Mittwoch: „Herzlich Willkommen, Herr Präsident!“ Die Kommentatoren drückten fast einhellig ihre Hoffnung aus, dass Obama die „Fehler“ und das von seinem Amtsvorgänger Bush „angerichtete Unheil“ korrigieren werde.

          Seine Rede an die Muslime will Obama am Donnerstag an der Kairo-Universität halten, nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. Mubarak wird der Rede nach inoffiziellen Angaben nicht beiwohnen. Ägyptische Beobachter vermuten, dass der Präsident nicht im gleichen Saal sitzen will wie die Menschenrechtler und Oppositionellen, die von der amerikanischen Botschaft zu dem Vortrag eingeladen worden waren. Zu den Gästen des Präsidenten zählen dem Vernehmen nach auch mehrere islamische Religionsgelehrte. (Siehe auch: Kairo putzt sich heraus für Obamas Besuch)

          Im Anschluss an den Besuch in Kairo reist Obama weiter nach Dresden. Dort trifft er am Freitag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen und wird auch das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald besuchen. Am Samstag wird Obama in der Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg teilnehmen.

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