https://www.faz.net/-gpf-abk1h

Nahostkonflikt : Israels neue Lage

  • -Aktualisiert am

Ein Palästinenser und ein israelischer Polizist am 9. Mai in Jerusalem Bild: Reuters

Die Gewaltausbrüche in Jerusalem finden in einem veränderten diplomatischen Umfeld statt. Washington steht nicht mehr bedingungslos an Israels Seite.

          1 Min.

          Die jüngsten Gewaltausbrüche in Jerusalem zeigen, dass der Nahostkonflikt nicht verschwindet, wenn man versucht, ihn zu ignorieren. Zuletzt lag das Augenmerk Israels auf der Annäherung an arabische Staaten, was durch die große Unterstützung, die Ministerpräsident Netanjahu von der Trump-Regierung bekam, wesentlich befördert wurde.

          Dass selbst die neuen Freunde Israels am Golf die Sache der Palästinenser ihren strategischen Interessen unterordneten, ändert aber nichts am verfahrenen Gesamtbild: In Israel, das immer noch um eine neue Regierung ringt, glauben nur noch wenige an die Zweistaatenlösung, dafür haben die Siedler starken Einfluss. Die Palästinenser wiederum sind weiter eine politisch zweigeteilte Nation, deren Führung im Westjordanland derzeit gelähmt ist.

          Was sich verändert, ist das internationale Umfeld. Unter Biden steht Amerika nicht mehr bedingungslos an Israels Seite, weshalb das Nahostquartett wieder mit einer Stimme spricht. Es hat sich unter anderem gegen mögliche Zwangsräumungen in Ostjerusalem gewandt, die ein Grund für die erhitzten Gemüter sind. Auch alle arabischen Staaten, die Beziehungen zu Israel unterhalten, verurteilten das israelische Vorgehen.

          Das ist schon eine andere diplomatische Konstellation als in den vergangenen Jahren. Zunächst allerdings ist Zurückhaltung von beiden Seiten geboten, um die Gewalt zu beenden.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          Fast zurück in der Normalität

          Lockerungen in der Schweiz : Fast zurück in der Normalität

          Die Schweiz schafft die Quarantänepflicht für Einreisende aus anderen Schengen-Mitgliedstaaten ab. Wer ein Impfzertifikat vorweisen kann, darf künftig auch ohne Maske Discotheken, Clubs und Konzerte besuchen.

          Angela Merkels letzte Befragung Video-Seite öffnen

          Im Bundestag : Angela Merkels letzte Befragung

          Bei ihrer Befragung im Bundestag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem das ungarische Gesetz deutlich kritisiert, das Materialien über Homosexualität und Geschlechtsumwandlungen an Schulen zensiert.

          Topmeldungen

          2:2 gegen Ungarn : Ein denkwürdiges deutsches Drama

          Es ist ein Abend des puren Nervenkitzels: Lange droht dem DFB-Team ein Debakel wie bei der WM. Der eingewechselte Leon Goretzka verhindert das EM-Vorrundenaus mit dem späten Ausgleich gegen Ungarn.
          Britney Spears will sich mit nunmehr 39 Jahren von der Vormundschaft ihres Vaters befreien. (Archivbild von 2019)

          Anhörung vor Gericht : Britney Spears fordert Ende von Vormundschaft

          Seit 13 Jahren verwaltet ihr Vater als Vormund das Vermögen von Popstar Britney Spears. Nun äußerte sich die 39-Jährige vor einer Richterin zu dieser Situation: Sie sei nicht glücklich, deprimiert, vor allem aber wütend.
          Hoffnung auf Herdenimmunität: Menschen in der Fußgängerzone der Münchener Innenstadt

          Neue RKI-Zahlen : Immer mehr Delta-Infektionen

          Die Inzidenzen sinken weiter. Doch laut RKI hat sich der Anteil der Delta-Variante bei den Neuinfektionen seit vergangener Woche fast verdoppelt. Dennoch: Die Bundesländer bleiben gelassen.
          Der Berliner Erzbischof Heiner Koch am 29. Januar bei der Vorstellung des Missbrauchsgutachtens für das Erzbistum Berlin

          Missbrauch im Erzbistum Berlin : Ein Erzbischof ringt um Worte

          Die Beschäftigung mit dem Trauma sexualisierter Gewalt höre nie auf, berichtet ein Opfer. Sie müsse sich dafür rechtfertigen, für die Kirche zu arbeiten, berichtet eine Seelsorgerin. Eine Anhörung in Berlin erschüttert Erzbischof Koch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.