https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/nahost-konflikt-israels-neue-lage-17335349.html

Nahostkonflikt : Israels neue Lage

  • -Aktualisiert am

Ein Palästinenser und ein israelischer Polizist am 9. Mai in Jerusalem Bild: Reuters

Die Gewaltausbrüche in Jerusalem finden in einem veränderten diplomatischen Umfeld statt. Washington steht nicht mehr bedingungslos an Israels Seite.

          1 Min.

          Die jüngsten Gewaltausbrüche in Jerusalem zeigen, dass der Nahostkonflikt nicht verschwindet, wenn man versucht, ihn zu ignorieren. Zuletzt lag das Augenmerk Israels auf der Annäherung an arabische Staaten, was durch die große Unterstützung, die Ministerpräsident Netanjahu von der Trump-Regierung bekam, wesentlich befördert wurde.

          Dass selbst die neuen Freunde Israels am Golf die Sache der Palästinenser ihren strategischen Interessen unterordneten, ändert aber nichts am verfahrenen Gesamtbild: In Israel, das immer noch um eine neue Regierung ringt, glauben nur noch wenige an die Zweistaatenlösung, dafür haben die Siedler starken Einfluss. Die Palästinenser wiederum sind weiter eine politisch zweigeteilte Nation, deren Führung im Westjordanland derzeit gelähmt ist.

          Was sich verändert, ist das internationale Umfeld. Unter Biden steht Amerika nicht mehr bedingungslos an Israels Seite, weshalb das Nahostquartett wieder mit einer Stimme spricht. Es hat sich unter anderem gegen mögliche Zwangsräumungen in Ostjerusalem gewandt, die ein Grund für die erhitzten Gemüter sind. Auch alle arabischen Staaten, die Beziehungen zu Israel unterhalten, verurteilten das israelische Vorgehen.

          Das ist schon eine andere diplomatische Konstellation als in den vergangenen Jahren. Zunächst allerdings ist Zurückhaltung von beiden Seiten geboten, um die Gewalt zu beenden.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In der Laib und Seele- Ausgabestelle in Berlin berät ein ehrenamtlicher Mitarbeiter beider Auswahl der Blumen.

          Ungleichheit in Deutschland : Wen die Inflation wirklich trifft

          Weil fast alles teurer wird, müssen viele Menschen sparen. Manchen fällt das leicht – andere stürzt es in die Verzweiflung. Vier ganz unterschiedlich Betroffene berichten.
          Bundesumweltministerin Steffi Lemke

          Krach in Berlin : Lindner gegen Lemke: Stimmt Deutschland für das Verbrenner-Aus?

          Kurz vor dem entscheidenden Treffen zum EU-Klimapaket kündigt Umweltministerin Lemke an, für das Ende des Verbrennungsmotors 2035 zu stimmen – und setzt sich damit über das „Nein“ der FDP hinweg. Nur Minuten später rudert die Grüne zurück. Was geschieht nun?

          Aktienmarkt : Diese fünf Aktien trotzen der Krise

          Seit Anfang des Jahres sind die Aktienkurse stark gefallen. Doch nicht alle Unternehmen verlieren. Wir haben uns fünf Gewinneraktien genauer angeschaut.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.