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Nahost-Konflikt : Feuerpause in Gaza verlängert

Palästinensische Frauen vor den Trümmern eines Hauses in Khan Younis im südlichen Gaza-Streifen Bild: REUTERS

Kurz vor Ablauf der Frist haben Israelis und Palästinenser eine Verlängerung der Waffenruhe um zunächst 24 Stunden vereinbart. Offensichtlich ist eine Einigung auf einen längerfristigen Waffenstillstand zum Greifen nah.

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          Die Feuerpause im Gazastreifen ist in der Nacht zum Dienstag um 24 Stunden verlängert worden. Nach palästinensischen Angaben standen beide Seiten am Abend vor der Einigung über die Grundzüge eines längerfristigen Waffenstillstands. Demnach sollte in einem Monat in einer zweiten Verhandlungsrunde über die palästinensische Forderung nach einem See- und einen Flughafen beraten werden.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Man warte nur noch auf die Zustimmung der israelischen Regierung, hieß es aus der palästinensischen Delegation. Zuvor hatte ein Unterhändler der Gruppe Islamischer Dschihad mitgeteilt, dass auch ein Fehlschlag der Gespräche keine neue Gewalt bedeuten werde. „Der Krieg liegt hinter uns“, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

          Zur Unterstützung der ägyptischen Vermittlungsbemühungen reiste der palästinensische Präsident Mahmud Abbas nach Qatar, um mit Hamas-Politbürochef Khaled Meschal zu sprechen. Abbas wollte von Doha aus nach Kairo weiterreisen, um dort den ägyptischen Präsidenten Abd al Fattah al Sisi zu treffen. Norwegen und Ägypten planen, im September in Kairo eine Wiederaufbaukonferenz für den Gazastreifen zu veranstalten, wie das Außenministerium in Oslo am Montag bekanntgab.

          In Israel hatte man am Montag neue Angriffe aus dem Gazastreifen befürchtet, auf die sich die Armee vorbereitete. Man sei „für alle Szenarien gerüstet“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. An der Grenze sind immer noch mehrere Zehntausend Reservisten im Einsatz. Die israelische Eisenbahn setzte die Züge Richtung Sderot aus Angst vor Beschuss aus Gaza aus.

          In Israel wurde unterdessen am Montag bekannt, dass eine Hamas-Zelle versucht haben soll, Abbas zu stürzen und die Macht im Westjordanland zu übernehmen. Seit Mai seien in diesem Zusammenhang mehr als 90 Hamas-Mitglieder festgenommen worden, teilte der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet nach der Aufhebung einer Nachrichtensperre mit. Im Westjordanland zerstörte die israelische Armee in Hebron die Häuser von zwei Hamas-Mitgliedern, denen sie vorwirft, im Juni drei jüdische Religionsstudenten entführt und ermordet zu haben. In Ostjerusalem wurde im Juli der mutmaßliche Drahtzieher verhaftet; nach den Entführern wird noch gefahndet.

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