https://www.faz.net/-gpf-6m22z

Nahost : Israel stoppt Schiff von Gaza-Aktivisten

Ein israelisches Kriegsschiff patrouilliert vor Aschdod. Bild: dapd

Die israelischen Streitkräfte haben vor der Küste des Gazastreifens ein Schiff propalästinensischer Aktivisten geentert. Die an Bord befindlichen Personen hätten keinen Widerstand geleistet, hieß es.

          1 Min.

          Die israelische Marine hat am Dienstag die französische Jacht „Dignité al Karame“ gestoppt, die versucht hatte, die Seeblockade vor dem Gazastreifen zu durchbrechen. Nachdem sich das Schiff rund 12 Seemeilen vor der Küste Gazas geweigert hatte, Kurs auf Ägypten oder den israelischen Hafen Aschdod zu nehmen, kamen israelische Soldaten an Bord und übernahmen das Kommando.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die 16 internationalen Passagiere und Besatzungsmitglieder leisteten nach Armeeangaben keine Gegenwehr. Das Schiff wurde nach Aschdod gebracht, von wo aus die Aktivisten. Von dort sollten sie entweder freiwillig nach Hause zurückkehren oder gegen ihre Abschiebung Klage einreichen können. Die französische Motorjacht ist das einzige Schiff der zweiten internationalen Gaza-Flotte, dem es gelungen war, die griechischen Gewässer zu verlassen. Ursprünglich wollten zehn Schiffe mit gut 300 pro-palästinensischen Aktivisten und einer größeren Ladung an Hilfsgütern nach Gaza fahren, um damit gegen die israelische Blockade zu protestieren.

          Aktivisten aus Frankreich, Kanada, Schweden und Griechenland an Bord

          Das verhinderten jedoch die griechischen Behörden auf Drängen Israels und Amerikas. Die israelische Regierung hat nach eigenen Angaben Anfang 2009 die Seeblockade verhängt, um die illegale Einfuhr von Waffen und Raketen in den Gazastreifen zu verhindern. Offiziell hatte die „Dignité al Karame“ Kurs auf den ägyptischen Hafen in Alexandria genommen. An Bord waren Aktivisten aus Frankreich, Kanada, Schweden und Griechenland sowie ein Fernsehteam des arabischen Nachrichtensenders Al Dschazira und Amira Hass von der israelischen Zeitung „Haaretz“.

          Die israelische Regierung hatte von Anfang an klargestellt, dass sie kein Schiff nach Gaza lassen werde. Ende Mai 2010 waren bei der israelischen Erstürmung der ersten Gazaflotte an Bord des türkischen Flaggschiffs „Mavi Marmara“ neun Aktivisten ums Leben gekommen. In diesem Jahr hatte sich die türkische Organisation IHH nicht an der Flotte beteiligt.

          Weitere Themen

          Zahlreiche Tote bei #EndSARS-Protesten

          Nigeria : Zahlreiche Tote bei #EndSARS-Protesten

          Seit zwei Wochen kommt es in Nigeria zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt, vor einigen Tagen eskalierte die Lage. Mehrere Dutzend Zivilisten und Sicherheitskräfte sind inzwischen gestorben. Der Präsident gibt den Demonstranten die Schuld.

          Topmeldungen

          Trump beim Spatenstich mit Foxconn-Vertretern

          Foxconn-Fabrik in Wisconsin : Trump und sein „achtes Weltwunder“

          Amerikas Präsident inszeniert sich gerne als Retter der Industrie. Ein einstiges Vorzeigeprojekt mit Foxconn im Rostgürtel droht nun aber zu scheitern. Auf Trumps Wirtschaftspolitik wirft das ein wenig schmeichelhaftes Licht.
          Passanten mit Mund- und Nasenschutz in Berlins Tauentzienstraße

          Auf Cluster schauen : Zeit für einen Strategiewechsel gegen Corona?

          Viele Gesundheitsämter sind immer noch darauf konzentriert, Einzelkontakte nachzuverfolgen. Die Verbandschefin der Ärzte im Öffentlichen Dienst will einen anderen Weg gehen und Infektionscluster in den Blick nehmen.
          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

          Lohn für Selbständige : Altmaier macht Tempo bei neuen Corona-Hilfen

          Der Wirtschaftsminister verteidigte unter anderem seine Forderung nach einem Unternehmerlohn für Selbständige und Freiberufler. Das habe „nicht zu tun mit einem bedingungslosen Grundeinkommen“. Auch zur Wachstumsprognose der Regierung für 2021 äußerte er sich.
          Einzeldosen des Corona-Impfstoffs, den der amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson zurzeit in der letzten Phase testet.

          Nach Krankheitsfall : Johnson & Johnson testet Corona-Impfstoff weiter

          Der amerikanische Pharmakonzern musste eine Testreihe aussetzen, weil ein Proband erkrankt war. Es gebe aber „keinen Hinweis darauf, dass das Serum die Erkrankung verursacht habe“. Auch AstraZeneca darf nun Versuche in Amerika fortsetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.