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Überraschungsangriff in Syrien : IS tötet Dutzende Menschen in Kobane

  • Aktualisiert am

Unter den Opfern sollen überwiegend Zivilisten sein, darunter viele Frauen und Kinder. Bild: AFP

Mindestens 49 Menschen sterben durch einen unerwarteten Überfall von Milizen des „Islamischen Staats“ in Kobane. Die syrische Grenzstadt war Anfang des Jahres nach langen Kämpfen aus der Gewalt des IS befreit worden und schien sicher zu sein.

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          Durch einen Überraschungsangriff des “Islamischen Staats“ auf die nordsyrische Stadt Kobane sind am Donnerstag insgesamt 49 Menschen getötet worden. Neben 14 toten IS-Kämpfern waren auch viele Frauen und Kinder unter den Opfern von mindestens drei Selbstmordattentaten und Gefechten mit kurdischen Einheiten. Die Kurden hatten Kobane an der Grenze zur Türkei erst Ende Januar nach monatelangen Kämpfen aus der Gewalt der IS-Miliz befreit.

          Zugleich überfiel der IS am Donnerstag im Norden Syriens zwei weitere Orte, wie Menschenrechtler meldeten. Demnach griffen die Extremisten etwa 35 Kilometer südlich von Kobane das Dorf Barcha Batan an und töteten mindestens 20 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Ein dritter Angriff erfolgte auf die Stadt Hasaka im Nordosten des Landes.

          Der neue IS-Angriff auf Kobane hatte am frühen Morgen mit Selbstmordangriffen auf den Grenzübergang zur Türkei begonnen. Danach habe es Gefechte in mehreren Stadtvierteln gegeben.

          Kurden-Sprecher Idriss Nassan sagte, die IS-Extremisten hätten wild um sich geschossen und auf jeden gefeuert, den sie erblickt hätten. Den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gelang es nach eigenen Angaben, die IS-Kämpfer einzukreisen. Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Numan Kurtulmus erklärte, es seien 96 Verletzte und vier Tote in türkische Krankenhäuser eingeliefert worden. Er wies zugleich den Vorwurf der Kurden zurück, die Angreifer hätten Kobane von türkischem Gebiet aus angegriffen. Entsprechende Angaben seien „vollkommen gelogen“, sagte Kurtulmus laut der Nachrichtenagentur Anadolu. Sie seien Propaganda und der Versuch, die Türkei zum Ziel einer „Schmutzkampagne“ zu machen.

          Ein Video, das der Sender CNN Türk ausstrahlte, zeigt zwei Explosionen am Grenzübergang zur Türkei. Der zweite Attentäter kam demnach in einem Auto von syrischer Seite, bevor er sich in die Luft sprengte.

          YPG-Sprecher Redur Chalil erklärte, die IS-Angreifer hätten Uniformen syrischer Rebellen getragen und Kobane von Süden und Westen aus angegriffen. Den Kurden zufolge waren nur wenige YPG-Kämpfer in der Stadt, weil sie an anderen Fronten gegen den IS kämpfen.

          Der IS hatte im vergangenen Jahr große Teile Kobanes eingenommen. Mit Hilfe von Luftangriffen einer internationalen Militärkoalition gelang es den Kurden in monatelangen Kämpfen jedoch, die Stadt Ende Januar zu befreien. Große Teile wurden dabei in Schutt und Asche gelegt. Erst in den vergangenen Wochen war allmählich Leben nach Kobane zurückgekehrt.

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