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Wurde Arafat ermordet? : Witwe spricht von „politischem Attentat“

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Suha Arafat mit ihrem Mann Jassir Ende Oktober 2004, kurz vor dessen Tod Bild: AFP

Experten aus drei Ländern haben untersucht, ob der Palästinenserführer Jassir Arafat ermordet worden ist. Die Russen fanden keine Belege dafür. Anders die Experten aus der Schweiz. Israel nennt die Giftmordtheorie unterdessen löchriger als einen Schweizer Käse.

          Am Dienstag haben auch die Experten aus der Schweiz ihr Ergebnis zur Untersuchung eines möglichen Giftmordes an dem 2004 gestorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat vorgelegt. Das teilte die Palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah knapp ein Jahr nach der Exhumierung Arafats mit. Dabei hatten Experten aus der Schweiz, Frankreich und Russland Proben entnommen. Die Ergebnisse sollten erst veröffentlicht werden, wenn auch das französische Gutachten vorliege, hieß es. Es geht um den Verdacht, Arafat könnte mit der radioaktiven Substanz Polonium vergiftet worden sein. Das russische Team hat diese Frage bereits negativ beantwortet.

          Der Witwe Arafats liegt das Ergebnis der Schweizer Experten offenbar schon vor. „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass er keines natürlichen Todes starb“, sagte Suha Arafat an diesem Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters in Paris. „Wir decken ein echtes Verbrechen auf, ein politisches Attentat.“ Auch der Fernsehsender Al-Dschasira berichtete, die Schweizer Experten hätten eine tödliche Dosis Polonium-210 in Arafats Leichnam entdeckt.

          Das Gutachten der Experten stütze die Hypothese einer Vergiftung mit dem radioaktiven Element, meldete der Sender, der den umfangreichen forensischen Bericht auf seiner Webseite veröffentlichte. Laut dem Bericht fanden die vorgenommenen „neuen toxikologischen und radio-toxikologischen Untersuchungen“ ein „unerwartet hohes  Niveau von Polonium-210- und Blei-201-Aktivität“ in den untersuchten Proben. Zusammenfassend heißt es in dem englischsprachigen Bericht, die Ergebnisse würden die These „mäßig stützen“ (moderatedly support), wonach Arafats Tod die Folge einer Vergiftung mit Polonium-210 gewesen sei. Laut dem Bericht ist  „mäßig stützen“ die zweithöchste Bestätigung einer These.

          Arafat war vor neun Jahren in einem Pariser Krankenhaus gestorben. Bereits damals wurde gemutmaßt, dass Fremdverschulden im Spiel sein könnte.

          Der Sprecher des israelischen Außenministeriums in Jerusalem, Jigal Palmor, sagte laut „Jerusalem Post“, die Experten hätten weder die früheren Arbeitsräume Arafats in Ramallah auf die radioaktive Substanz untersucht noch das französische Militärhospital, in dem Arafat gestorben war. „Alles ist sehr, sehr unklar“, sagte Palmor. „Klar ist nur, dass die Theorie (vom Giftmord) große Löcher aufweist, mehr Löcher als ein Schweizer Käse.“

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