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Von der Türkei aus : CIA koordiniert Waffenlieferungen nach Syrien

  • -Aktualisiert am

Woher stammen diese Waffen? Angehörige der „Freien Syrischen Armee“ Mitte Juni in Aleppo Bild: dapd

Eine Gruppe CIA-Agenten ist offenbar im Süden der Türkei aktiv. Medienberichten zufolge koordiniert sie von dort aus, welche syrische Widerstandsgruppe welche Waffen erhält.

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          Der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA überwacht den Fluss von Waffen an die syrischen Rebellen und versucht diesen zu koordinieren. Wie amerikanische Medien unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter in Washington und in arabischen Staaten berichteten, ist eine kleine Gruppe von CIA-Agenten im Süden der Türkei im Einsatz, um mit den Diensten verbündeter Staaten zu entscheiden, welche Widerstandsgruppe welche Waffen erhält.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen umfassen Maschinengewehre, Munition, schultergestützte Raketen sowie Panzerabwehrwaffen. Die Waffen werden von der Türkei, Saudi-Arabien und Qatar bezahlt und zum großen Teil über die Landgrenze von der Türkei aus nach Syrien geschmuggelt.

          Wie die Tageszeitungen „New York Times“ und „Wall Street Journal“ übereinstimmend berichteten, sind die CIA-Mitarbeiter seit einigen Wochen in der Süd-Türkei im Einsatz. Sie sollen unter anderem verhindern, dass Waffen in die Hände von Kämpfern des Terrornetzes „Al Qaida“ fallen. Das amerikanische Außenministerium hat medizinische Hilfsmittel sowie Kommunikationsausrüstung im Wert von 15 Millionen Dollar für zivile Oppositionsgruppen in Syrien bereitgestellt. Washington beharrt darauf, dass sich die amerikanische Hilfe für die syrische Opposition auf „nicht tödliche Mittel“ beschränkt.

          Kampfpilot setzt sich ab

          Unterdessen berichteten britische Zeitungen am Donnerstag, Washington und London planten gemeinsam, dem syrischen Präsidenten Baschar al Assad freies Geleit und den Gang ins Exil anzubieten, sollte Assad in die Schweiz zu einer von Moskau angeregten internationalen Konferenz zum politischen Wandel in Syrien reisen. Assad soll mit dem Versprechen, der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag werde ihn nicht wegen Kriegsverbrechen anklagen, zum Machtverzicht bewegt werden. Die Arabische Liga teilte am Donnerstag mit, eine neue Syrien-Kontaktgruppe werde sich in der nächsten Woche in Genf treffen.

          Zu der Gruppe sollen neben Russland, China und den Vereinigten Staaten auch Regionalmächte wie Saudi-Arabien und Iran gehören. Ob es tatsächlich noch im Juni zu der Konferenz in Genf kommt, ist derzeit zweifelhaft, weil zumal Washington die Teilnahme Irans an der geplanten Konferenz ablehnt. Vor allem westliche und arabische Staaten hatten sich mehrmals als „Gruppe der Freunde Syriens“ getroffen; diese war aber von Russland boykottiert worden, weil die syrische Regierung nicht eingeladen worden war. Die Schweiz hatte dem Sondervermittler Kofi Annan, der in Genf lebt und arbeitet, angeboten, die Konferenz auszurichten. Annan möchte, dass die Kontaktgruppe mit Damaskus über eine Lösung auf der Basis seines Sechs-Punkte-Friedensplans verhandelt.

          Ein syrischer Kampfpilot ist am Donnerstag desertiert und hat nach der Landung seines Jagdbombers des Typs Mig 21 im Nachbarland Jordanien Asyl beantragt. Nach Angaben von syrischen Oppositionellen hat sich damit zum ersten Mal ein Pilot der syrischen Luftwaffe mit seinem Flugzeug abgesetzt. Die Streitkräfte des Regimes unter Präsident Assad setzten auch am Donnerstag ihre Angriffe fort. Beim Granatbeschuss der Ortschaft Inchil im Süden des Landes wurden nach Angaben von Oppositionsgruppen mindestens 13 Menschen getötet.

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