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Viele Kämpfer getötet : Ägypten greift Islamisten auf dem Sinai an

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Dünenkampf: Ägyptische Sicherheitskräfte am Mittwoch auf dem Sinai Bild: AFP

In der größten Militäroperation seit 1973 hat Ägypten Luftangriffe auf Islamisten auf dem Sinai geflogen. Israel heißt Kairos Vorgehen gut.

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          Die ägyptischen Streitkräfte haben am Mittwoch Luftangriffe gegen mutmaßliche Extremisten auf der Sinai-Halbinsel geflogen. Nach Angaben aus dem Militär beschossen Kampfhubschrauber islamistische Kämpfer mit Raketen und töteten zwanzig von ihnen. Nach unbestätigten Berichten waren auch Kampfflugzeuge im Einsatz. Die staatliche Nachrichtenagentur Mena meldete „intensive Operationen gegen Terrorhochburgen“.

          Es waren die ersten ägyptischen Luftschläge seit Jahrzehnten. In der israelischen Presse hieß es, der Einsatz sei die größte Militäroperation auf dem Sinai seit dem Jom-Kippur-Krieg von 1973.

          Den Luftangriffen waren Gefechte vorausgegangen, nachdem in der Nacht auf Mittwoch mehrere Kontrollpunkte der Sicherheitskräfte in der Nähe der Orte Al Arisch und Rafah beschossen wurden. Das Innenministerium in Kairo betätigte am Mittwoch Angriffe auf fünf Kontrollpunkte. Die Armee hatte ihre Präsenz auf dem Sinai verstärkt, nachdem bei einem Terrorangriff am Sonntag 16 ägyptische Grenzsoldaten getötet worden waren. Die israelischen Streitkräfte hatten die Extremisten, die in erbeuteten Militärfahrzeugen auf israelisches Territorium durchbrechen wollten, gestoppt. Eine dem israelischen Geheimdienst nahestehende Internetseite berichtetete, die Terroristen hätten eine beduinische Aufklärungseinheit der israelischen Armee angreifen wollen. Sowohl Kairo als auch Jerusalem bezichtigten radikale Islamisten der Tat. Der ägyptische Präsident Muhammad Mursi und der Hohe Militärrat hatten ein entschiedenes Vorgehen gegen Extremisten auf dem Sinai angekündigt und die Präsenz der Sicherheitskräfte verstärkt.

          Nur geringe ägyptische Militärpräsenz zulässig

          Die israelische Regierung hieß das Vorgehen Kairos gut. Amos Gilad, ein ranghoher Funktionär im Verteidigungsministerium, sagte dem israelischen Rundfunk, sollten die ägyptischen Sicherheitskräfte Erfolg haben, könnten „verheerende Anschläge“ verhindert werden. Nach den Worten von Verteidigungsminister Ehud Barak stehen beide Regierungen in ständigem Austausch. Gemäß dem Friedensvertrag von 1979 ist auf dem Sinai nur eine geringe ägyptische Militärpräsenz zulässig.

          Soldaten tragen die Särge der bei einem Überfall am Sonntag Getöteten

          Der aus der Muslimbruderschaft stammende Mursi war von den Islamisten unter Druck gesetzt worden, die den israelischen Geheimdienst Mossad beschuldigt hatten, hinter dem Angriff zu stecken. Sie hatten eine „Überprüfung“ der Vereinbarungen mit Israel gefordert. Ministerpräsident Hisham Qandil, sagte nach Agenturberichten nach der ersten Sitzung des neuen ägyptischen Kabinetts, der Chef der Hamas-Regierung in Gaza, Ismail Hanija, habe ihm versichert, die Hamas unterstütze den Einsatz. Auch die radikale islamistische Palästinenserorganisation hatte den Mossad beschuldigt.

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