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Kampf gegen Terrormiliz : Amerikanische Flugzeuge dürfen IS von Türkei aus angreifen

  • Aktualisiert am

Türkische Panzer am Donnerstag an der Grenze zu Syrien Bild: AP

Die von Amerika geführte Militärallianz kann ihre Luftschläge gegen den IS künftig von einem Stützpunkt in der Türkei aus starten. Medienberichten zufolge haben sich Obama und der türkische Präsident Erdogan darauf geeinigt.

          Die von den Vereinigten Staaten geführte Militärallianz kann künftig einen Militärstützpunkt in der Türkei für ihre Luftschläge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nutzen. Amerika und die Türkei vereinbarten, dass bemannte und unbemannte amerikanische Kriegsflugzeuge vom Stützpunkt Incirlik im Süden der Türkei aus starten dürfen. Das berichteten die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Regierungsvertreter.

          Die Vereinbarung haben der amerikanische Präsident Obama und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan demnach am Mittwoch in einem Telefonat getroffen. Ihr seien monatelange Verhandlungen vorausgegangen. Beide Länder hätten entschieden, „dass wir unsere Kooperation im Kampf gegen den IS ausweiten“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums der „New York Times“. Aus Sicherheitsgründen wolle er keine weiteren Details nennen. Bislang durften lediglich Drohnen von dem Stützpunkt aus starten.

          IS greift Stellung der türkischen Armee an

          Vertreter sowohl des Außenministeriums als auch des Verteidigungsministeriums sagten den Berichten zufolge, sie wollten sich mit Äußerungen zu der Vereinbarung zurückhalten, solange die türkische Regierung sie nicht offiziell anerkenne. Im Oktober hatte Amerika schon einmal verkündet, es dürfe zur Bekämpfung des IS künftig auf Militärstützpunkte in der Türkei zugreifen - ohne dabei allerdings den Stützpunkt Incirlik zu nennen. Die Regierung in Ankara hatte das dementiert und mitgeteilt, die Gespräche dauerten an.

          Die Nutzung der Militärbasis soll Teil einer größeren Vereinbarung zwischen Amerika und der Türkei im Kampf gegen den IS sein, der für die Türkei zunehmend gefährlich wird. Am Donnerstag hatten Kämpfer des IS eine Stellung der türkischen Armee in der Grenzregion Kilis angegriffen. Ein türkischer Offizier wurde getötet, vier weitere verwundet. Auch ein IS-Kämpfer wurde bei den Gefechten getötet.

          Nachdem am Montag bei einem Selbstmordanschlag in einer türkischen Grenzstadt mehr als 30 Menschen gestorben waren, hat die türkische Regierung zudem ihre Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zu Syrien verschärft. Die Regierung in Ankara bestätigte Berichte, wonach der Zaun entlang der 900 Kilometer langen Grenze zu Syrien durch zwei parallel verlaufende Mauern aus Betonblöcken und Stacheldraht ersetzt werde.

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