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„Islamischer Staat“ : Aufseherin von IS-Geiseln wird von Amerika angeklagt

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Kayla Mueller soll 2015 bei einem Luftangriff ums Leben gekommen sein (Archivbild aus dem Jahr 2013) Bild: AP

Die Witwe eines IS-Führers muss sich vor der amerikanischen Justiz verantworten. Ihr wird vorgeworfen, Kayla Mueller festgehalten zu haben. Die Amerikanerin soll zu Sex mit IS-Chef Bagdadi gezwungen worden sein.

          Die amerikanische Justiz hat die Witwe des getöteten Finanzchefs der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) wegen ihrer Rolle beim Tod einer amerikanischen Geisel angeklagt. Die 25-jährige Nisreen Assad Ibrahim Bahar, auch bekannt als Umm Sajjaf, wurde vorgeworfen, die Entwicklungshelferin Kayla Mueller und andere Geiseln im Haus ihres Mannes Abu Sajjaf gefangen gehalten zu haben. Mueller wurde dort vom IS-Führer Abu Bakr al Bagdadi gezwungen, mit ihm Sex zu haben.

          Laut der amerikanischen Staatsanwaltschaft, gab Bahar zu, dass al Bagdadi Mueller zu Sklavin genommen habe. Nach IS-Angaben wurde Mueller, die im August 2013 in Aleppo entführt worden war, im Februar 2015 bei einem Luftangriff der geführten Militärkoalition getötet. Die amerikanischen Behörden sagen dagegen, der Tod der 26-Jährigen sei weiter ungeklärt. Abu Sajjaf wurde im Mai 2015 bei einer seltenen Kommandoaktion in Syrien getötet.

          Seine Ehefrau Bahar wurde bei dem Einsatz festgenommen. Sie ist derzeit in irakischer Haft und muss sich dort wegen Terrorvergehen verantworten. Sollte sie von der amerikanischen Justiz schuldig befunden werden, droht ihr lebenslange Haft. Sie hat zugegeben, dass sie allein für die Geiseln verantwortlich war, wenn ihr Mann außer Hauses war. Auch bestätigte sie, dass al Bagdadi und andere IS-Führer in dem Haus gewesen seien.

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