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Erdogan droht Syrien : Türkei könnte Geduld verlieren

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Der türkische Präsident Erdogan droht dem Nachbarland. Bild: AFP

Flüchtlinge an der Grenze und die Kurden im Nachbarland auf dem Vormarsch: dem türkischen Präsidenten Erdogan bereitet die Lage in Syrien zunehmend Sorgen. Nun drohte er sogar mit einem direkten Eingreifen.

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          Die Türkei hat mit einem Eingreifen in Syrien gedroht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Donnerstag in Istanbul, irgendwann werde das Land die Geduld verlieren. Dann werde die Türkei gezwungen sein, aktiv zu werden. Zugleich warf Erdogan dem Iran vor, an „gnadenlosen Massakern“ beteiligt zu sein. Die Vereinten Nationen müssten mehr tun, um eine „ethnische Säuberung“ in dem Bürgerkriegsland zu verhindern.

          Erdogans Äußerungen könnten in Verbindung stehen mit den Vormarsch von kurdischen Truppen auf Aleppo. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass die Kurden nördlich der umkämpften Stadt auch dank massiver Luftunterstützung einen Luftwaffenstützpunkt von islamistischen Rebellen erobert haben. Die Menschenrechtler gingen am Donnerstag davon aus, dass die mindestens 30 Bombardements in dem Gebiet von russischen Flugzeugen ausgeführt wurden. „Es gibt eine inoffizielle russisch-kurdische Koordination in Syrien“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

          Die syrischen Kurden werden im Bürgerkrieg sowohl von westlicher Seite als auch von Russland unterstützt. Russische Kampfflugzeuge ebnen syrischen Regierungstruppen mit massiven Luftangriffen den Weg an mehreren Fronten im Land. Seit Anfang Februar rücken die Kämpfer des Machthabers Baschar al Assad nördlich von Aleppo gegen Rebellen vor.

          Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind fast eine halbe Million Menschen ums Leben gekommen. Millionen sind auf der Flucht. Viele von ihnen haben sich in der Türkei in Sicherheit gebracht. Derzeit bereite sich die Türkei auf die Ankunft von weiteren Flüchtlingen vor, die durch Luftangriffe vertrieben worden seien, sagte Erdogan.

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