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Krieg im Irak : Terrormiliz IS nimmt Staudamm ein

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Im Juni vergangenen Jahres hatten die Islamisten vom „Islamischen Staat“ das irakische Mossul eingenommen. Bild: Reuters

Nach der Eroberung eines Staudamms und eines Militärstützpunktes im Irak sollen Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ den Kommandeur der irakischen Einheit und 20 Soldaten erschossen haben.

          Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat im Westen des Iraks einen Staudamm und einen zugehörigen Stützpunkt eingenommen. Nach Angaben von Augenzeugen und aus Sicherheitskreisen stürmten die Islamisten am späten Freitagabend den Al-Thirthar-Damm in der Provinz Anbar. Die Kämpfe um das Gelände hielten noch am Samstagmorgen an. Ein Mitglied des Provinzrates von Anbar sprach von Dutzenden getöteten Soldaten. Vertreter des IS veröffentlichten im Internet ein Video von Kämpfern, die sich ungehindert am Staudamm bewegten. Über einem Funkturm wehte die schwarze Flagge des IS.

          Nach der Einnahme der Damms und des Miltärstützpunkts sollen die Islamisten einen Divisionskommandeur der irakischen Armee hingerichtet haben. Das verlautete aus Polizeikreisen. General Hassan Abbas Tufan, Kommandeur der Ersten Division der irakischen Streitkräfte, sowie ein Brigadekommandeur und 20 weitere Offiziere und Soldaten seien  erschossen worden, nachdem die Islamisten ihre Militärbasis, 70 Kilometer nördlich von Ramadi, eingenommen hatte.

          Wie Polizeikreise in der Provinz Anbar am Samstag bestätigten, fiel die Basis dem IS in die Hände, nachdem den Verteidigern die Munition ausgegangen war. Der Verlust eines Divisionskommandeurs und anderer höherer Offiziere wirft Beobachtern zufolge ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten, mit denen die irakischen Streitkräfte zu kämpfen haben.

          Ein Gutteil der westlich von Bagdad gelegenen Provinz Anbar wird von der Sunnitenmiliz IS beherrscht. Die Provinzhauptstadt Ramadi ist umkämpft. Die reguläre irakische Armee konnte bislang den Fall Ramadis verhindern. Im Umland scheint sie aber gegen die gut ausgerüsteten IS-Kämpfer taktisch unterlegen zu sein.

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