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Terrorist Moussaoui sagt aus : Saudische Herrscherfamilie als Geldgeber von Al Qaida?

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2006 zu lebenslanger Haft verurteilt: Zacharias Moussaoui Bild: AFP

Brisante Vorwürfe gegen führende Mitglieder der saudischen Königsfamilie. Der als Terrorist verurteilte Zacharias Moussaoui hat als Zeuge drei Prinzen und führende islamische Geistliche in Saudi-Arabien als Unterstützer des Terrornetzes Al Qaida beschuldigt.

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          Prominente Mitglieder der saudischen Königsfamilie sollen nach Angaben des verurteilten Terroristen Zacharias Moussaoui das Terrornetz Al Qaida in den neunziger Jahren finanziell unterstützt haben.

          Das behauptete Moussaoui im vergangenen Jahr in einem Brief an einen Richter an einem amerikanischen Bundesgericht in New York, wie die „New York Times“ berichtete. Seine Aussagen seien in ein Gerichtsverfahren eingeflossen, das Angehörige der Opfer der Anschläge vom 11. September gegen Saudi-Arabien anstrengen.

          Moussaoui habe den Justizbehörden gesagt, er wolle als Zeuge in dem Verfahren aussagen. Nach längeren Verhandlungen mit Vertretern des Justizministeriums und den Bundesgefängnisbehörden, wurde es einem Team von Anwälten erlaubt, das Gefängnis zu besuchen und den verurteilten Terroristen im Oktober zwei Tage lang zu befragen.

          Einzelne Mitglieder der saudischen Herrscherfamilie hätten damals angeblich zu den Hauptgeldgebern Al Qaidas gehört. Moussaoui will sogar mit einem Mitarbeiter der saudischen Botschaft über einen Plan diskutiert haben, mit einer Flugabwehrrakete die Präsidentenmaschine „Air Force One“ abzuschießen.

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          Chronik : Die saudische Königsfamilie

          Die saudische Botschaft wies die Anschuldigungen der Zeitung zufolge zurück. Moussaoui sei erwiesenermaßen „ein geistesgestörter Krimineller“. Moussaoui wurde in einem medizinischen Gutachten zwar als psychisch krank eingestuft, aber er wurde von den amerikanischen Justizbehörden als verhandlungsfähig befunden. 

          „Mein Eindruck war, dass er vollständig klar klang, konzentriert und überlegt“ zitiert die Zeitung Sean P. Carter, einen Anwalt aus Philadelphia. Moussaoui sagte nach Angaben der „New York Times“ in der Befragung, dass er 1998 oder 1999 von Al-Qaida-Führern in Afghanistan die Anordnung erhalten habe, eine digitale Datenbank über Geldgeber der Terrorgruppe anzulegen.

          Unter den aufgeführten Spendern seien Prinz Turki al Faisal, damals der saudische Geheimdienstchef gewesen. Ebenfalls laut Moussaoui zu den Unterstützern gehörte Prinz Bandar bin Sultan, der langjährige Botschafter in den Vereinigten Staaten. Auch Prinz Alwaleed bin Talal, ein bekannter saudischer Investor und Milliardär soll Al Qaida finanziell bei der Planung und Ausführung ihrer Anschläge unterstützt haben. 

          Der Franko-Marokkaner Moussaoui ist 2006 in den Vereinigten Staaten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war lange als möglicher 20. Beteiligter der Anschläge vom 11. September 2001 verdächtigt worden.

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